Phoebe Bridgers – Punisher

In Reviews von Eric

Nachdem Phoebe Bridgers in den vergangenen beiden Jahren mit den hervorragenden Projekten boygenius (mit Julien Baker und Lucy Dacus) und Better Oblivion Community Center (mit Conor Oberst) beschäftigt war, konnte sie sich in den letzten Monaten dem Nachfolger ihres zum Heulen schönen Solo-Debüts widmen.

„Punisher“ stellt sich musikalisch breiter auf als der Vorgänger. Gestärkt durch die Band-Erfahrungen und ausgehend von ihrer gekannten Grundgestaltung mit Akustikgitarre und Synthesizer-Ausschmückungen scheint die Kalifornierin ein, zwei Schritte mehr zu wagen, was Komposition, Arrangements und Ausstattung betrifft – von der treibenden E-Gitarre und der einnehmenden Trompete im flotten „Kyoto“ bis zum Roadmovie’esken „I Know The End“, das sich zu einem orchestralen Crescendo aufschwingt, um in einem heiser gehauchten Schrei zu ersterben.

Außergewöhnlich macht das Album allerdings die facettenreiche Lyrik, von Bridgers mit somnambuler Stimme vorgetragen. Es geht viel um schmerzende Liebe, brennende Erinnerungen sowie die miteinander verquickten Fragen nach dem Platz in der Welt und der Richtung des eigenen Lebens. Das ist mal tieftraurig, mal weise und mal merkwürdig fröhlich. „I’ll find a new place to be from, a haunted house with a picket fence to float around and ghost my friends. I’m not afraid to disappear“, heißt es im Abschlusssong. Wir hoffen mal, dass Phoebe Bridgers so schnell nicht verschwindet.

Tracklisting

  1. DVD Menu
  2. Garden Song
  3. Kyoto
  4. Punisher
  5. Halloween
  6. Chinese Satellite
  7. Moon Song
  8. Savior Complex
  9. ICU
  10. Graceland Too
  11. I Know The End

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