Leyya – Longest Day Of My Life

In Reviews von Eric

Leyyas neue EP „Longest Day Of My Life“ ist der Gegenentwurf zum bunt-optimistischen Vorgängeralbum „Sauna“. Denn sie dreht sich um die während der Entstehung des Werks diagnostizierte Depression von Sängerin Sophie Lindinger. „Ordinary“ war dabei der erste Song, bei dem sich das Thema Bahn brach und „die schmerzhafte Erinnerung an die Zeit, in der mir bewusst wurde, dass es mir nicht gut geht.“

Auch wenn die Enttabuisierung von Depression das Anliegen von Lindinger und ihrem musikalischen Partner Marco Kleebauer ist, funktioniert „Longest Day Of My Life“ durchaus als Popplatte – wenn auch als traurige. Textlich folgen die sechs Stücke den verschiedenen Phasen der Depression, von Belastung über Überforderung bis zu einer ersten Erlösung. Diese werden von verschiedenen Synthie-Sounds, abwechslungsreichem Drumming und elektronischen Beats, aber auch einer Akustikgitarre begleitet.

Das österreichische Duo entwirft so zeit- und ortlose Popsongs, die sich vom ernsten Inhalt nicht niederdrücken lassen, sondern sich zum Schluss mit „Lately“ sogar einen Disco-angehauchten Ausstieg gönnen.

Tracklisting

  1. Paper
  2. Ordinary
  3. I’m Not Sure
  4. I’ve Been Down
  5. Am I Even Real
  6. Lately