Lykke Li – The Afterparty

In Reviews von Eric

Nicht mal 25 Minuten dauert Lykke Lis (After-)Party, mit der sie ihre Karriere beschließt – ihr neues, sechstes Album soll nämlich ihr letztes sein. Und sie zeigt nochmal, dass sie nach eigenen Regeln spielt, für die sie herkömmliche Popformeln spielerisch verbiegt. Ein Hit wie ehedem „I Follow Rivers“ passiert dabei eher aus Versehen.

Für „The Afterparty“ fuhr die Schwedin alles auf, worauf sie gerade Bock hatte – von einem 17-köpfigen Streicherensemble bis zu ganz vielen Flötenparts. Im Eröffnungsstück werden fröhlich Soul-, Disco- und Elektro-Versatzstücke miteinander vermischt, wobei die Rhythmussektion inklusive Cowbell richtig loslegen darf. Ähnlich tanzbar, aber mit dramatischem Piano dazu, zeigt sich das folgende „Happy Now“, das als Lis Version eines ABBA-Stücks beschrieben wird. Absolutes Highlight ist aber „Lucky Again“ in seiner perfekten Verschmelzung von Popmelodie, Melancholie und Bongos.

Nach diesem großartigen Beginn wird die Platte ruhiger, etwa im mediterranen, von einer locker angeschlagenen Akustikgitarre begleiteten „So Happy I Could Die“. Beim letzten Song, der Bedroom-Ballade „Euphoria“, singt sie: „Baby I will take your sorrow on my shoulder.“ Und tatsächlich hat Lykke Li seit 2008 ganz viele Widrigkeiten des Liebes- und Beziehungsleben durchgemacht, die sie zu hervorragenden Songs geformt hat. Sie wird fehlen.

Tracklisting

  1. Not Gon Cry
  2. Happy Now
  3. Lucky Again
  4. Famous Last Words
  5. Future Fear
  6. So Happy I Could Die
  7. Sick Of Love
  8. Knife In The Heart
  9. Euphoria