Alexandra Savior – The Archer

In Reviews von Eric

Von ihrem vormaligen Mentor Alex Turner (Arctic Monkeys) hat sich Alexandra Savior auf ihrem Zweitwerk etabliert, den Sound ihres Debütalbums dennoch in weiten Teilen beibehalten: wie der Soundtrack zu einem Film Noir geriert sich auch „The Archer“, atmosphärisch dichter, angemessen pompöser, dunkler Retro-Zitat-Pop.

Mit Danger Mouse hat die aus Oregon stammende US-Amerikanerin den passenden Produzenten gefunden, der schon bei Michael Kiwanuka bewies, dass er Retro-Klänge in ein zeitgeistiges Koordinatensystem überführen kann. Der Albumauftakt „Soft Currents“ gerät dabei als Klavierballade noch sehr ruhig, die folgenden Stücke haben mehr Schmiss, ohne zu viel Gas zu geben. „Saving Grace“ lebt vor allem von seiner düsteren Gitarre, „Howl“ besticht durch das Zusammenspiel von Schlagwerk und alten Synthesizern. „Can’t Help Myself“ überrascht mit einer leichtfüßigen Melodie. Der Titelsong ganz am Ende ist wieder eine Klavierballade und schließt so die Klammer.

Savior nutzt die Stücke als Bühne für ihren verführerischen Gesang. Dabei dekliniert sie verschiedene emotionale Zustände durch, von Herzschmerz bis Hybris wird alles geboten, wenn sie als musikalische Femme fatale die richtigen Knöpfe für eine betörende Wirkung zu drücken weiß. Lana Del Rey als Vergleich für diese Retro-Schwelgerei ist nicht weit, Alexandra Savior wirkt aber trotz der peniblen Inszenierung noch nicht so weltentrückt.

Tracklisting

  1. Soft Currents
  2. Saving Grace
  3. Crying All The Time
  4. Howl
  5. Send Her Back
  6. Can’t Help Myself
  7. The Phantom
  8. Bad Disease
  9. But You
  10. The Archer

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