Holy Fuck – Deleter

In Reviews von Eric

Nach 15 Jahren und vier Alben ist es wohl keine Übertreibung zu sagen, dass Holy Fuck ihre Nische gefunden haben. Ihr analoger Elektro-Sound war nie total hip und auch nie komplett out, viel mehr bewegt sich das kanadische Quartett mit seinem Ding außerhalb von Trends. Dieses Ding besteht aus bunten, dichten, polyrhythmischen Klängen, die so Crescendo-lastig wie tanzbar sind.

Es ist eine gute Entscheidung der Band, ihr fünftes Album von einem Track mit Alexis Taylor eröffnen zu lassen, denn ein Song, der vom Hot-Chip-Frontmann gesungen wird, kann nie wirklich schlecht sein. „Luxe“ überzeugt aber auch so musikalisch, so dass Taylors Stimme nur noch veredelt. Retro-Synthesizer erzeugen einen treibenden Minimalismus, den Taylor mit hypnotischen, in Hall getauchten Gesangslinien leitet. Der folgende Titeltrack setzt auf das Zusammenspiel von Schlagzeug- und elektronischen Beats, während „Free Gloss“ in die Space Disco abhebt und „Ruby“ am Schluss in spannungsreicher Polyrhythmik explodiert.

Holy Fucks Mischung aus dem Drive von Krautrock und der Verträumtheit von House wird in schnurrende Drums und Percussion sowie sprudelnde Synthesizer übersetzt. „Deleter“ verbindet mit klarer Linie diese bekannten Holy-Fuck-Punkte und schafft so ein stimmiges Soundbild.

Tracklisting

  1. Luxe (feat. Alexis Taylor)
  2. Deleter (feat. Angus Andrew)
  3. Endless
  4. Free Gloss (feat. Nicholas Allbrook)
  5. Moment
  6. Near Mint
  7. No Error
  8. San Sebastian
  9. Ruby

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