Laurel

In Interviews von Eric

Ihre erste EP veröffentlichte Laurel Arnell-Cullen, kurz: Laurel, mit 14, die EP „Park“ war Ende 2016 die erste auf einem offiziellen Label. Viele positive Kritiken, auch von uns, waren die Folge, und die Spannung für das Debütalbum stieg. Dieses, „Dogviolet“ betitelt, erscheint am 24. August und gibt einen hervorragenden Einblick in die musikalische Welt der Londoner Schlafzimmer-Produzentin, die zwar alles alleine macht, aber nach viel mehr klingt. Im Interview berichtet Laurel über die Vorteile des Alleinarbeitens und wieso sie als fröhlicher Mensch trotzdem dunkle Musik macht.

Soundmag: Deine Website heißt classiclaurel.com. Was an dir ist bereits klassisch und was glaubst du musst du musikalisch erreichen, um eines Tages als Klassiker zu gelten?

Laurel: Das classic-Ding kommt eigentlich daher, dass ich viele doofe Sachen mache, stolpern, Sachen vergessen, etc. Meine Freunde sagten dann immer „Oh, classic Laurel“. Das wurde ein bisschen zu einem Witz, und eines Tages änderte ich meine Namen zu classiclaurel, und das ist dann irgendwie hängen geblieben! Ich glaube auf keinen Fall, dass ich bereits ein Klassiker bin, es ist ein bisschen alberner als das.

Soundmag: Du bist 24, veröffentlichst aber schon seit einigen Jahren Musik. Was hat dich anfangs zur Musik und zum Aufnehmen gebracht? War es ein großer Schritt für dich, mit deiner Musik an die Öffentlichkeit zu gehen?

Laurel: Ich mache Musik seit ich klein bin, das war immer ein Teil meines Lebens. Es fühlte sich ganz natürlich an, Musik zu veröffentlichen, meine erste EP habe ich mit 14 veröffentlicht. Ich habe ein paar CDs pressen lassen und habe sie auf Konzerten verkauft. Es hat sich sehr natürlich angefühlt, meine Musik mit Leuten zu teilen.

Soundmag: Blogs haben relativ früh über dich berichtet. Was du von dieser frühen und schnellen Aufmerksamkeit überrascht?

Laurel: Um ehrlich zu sein, denkt man darüber gar nicht nach. Ich habe Musik nicht veröffentlicht, um Reaktionen zu bekommen, ich wollte einfach einen Song online stellen. Du teilst deine Songs einfach und die Leute reagieren darauf.

Soundmag: Du scheinst Wert darauf zu legen, deine Songs komplett alleine zu schreiben und zu produzieren. Wieso ist es so wichtig für dich, die volle Kontrolle zu haben?

Laurel: Mir macht es einfach Spaß, Musik auf diese Weise zu machen. Es geht weniger darum, die volle Kontrolle zu behalten, sondern dass ich glaube, die beste Musik von mir alleine produzieren und kreieren zu können.

Soundmag: Du nimmst deine Stücke zu Hause auf. Was magst du an diesem Setting am liebsten? Wie entwickelst du deine Songs?

Laurel: Ich mag, dass ich nicht so viel Druck habe. Manchmal, wenn du im Studio bist, gibt es diesen Zeit- und Gelddruck, schnell fertig zu werden. Das ist aber nicht besonders förderlich für die Kreativität. An manchen Tagen kriege ich nichts zustande, und an anderen Tagen schreibe ich für zwölf Stunden am Stück in meinem Haus. Ich brauche diese Flexibilität, die ich in einem professionellen Studio nicht habe.

Soundmag: Obwohl du bereits Einiges veröffentlicht hast, ist „Dogviolet“ dein Debütalbum. Was ist das Besondere an einem ersten Album?

Laurel: Es ist mein erstes konzentriertes Werk. Alles andere bis jetzt waren Sammlungen von Songs, das Album ist jetzt eine konzentrierte Arbeit, auf die ich abgezielt habe und für dich ich eine bestimmte Vorstellung hatte. Ich denke auch, dass es mein erstes zusammenhängendes Werk ist, was Sound und Botschaft betrifft.

Soundmag: Anders als andere „Schalfzimmerproduzent*innen“ im Moment, kombinierst du nicht Laptop-Beats mit R’n’B-Vocals, sondern du zeigst eine größere Bandbreite an Einflüssen, von Folk über Post-Punk bis TripHop. Woher kommen all diese Einflüsse und wie kanalisierst du sie in Songs?

Laurel: Ich mag alternativ klingende Sachen sehr gerne, die große Popmelodien und interessante Texte haben. Ich finde, Florence + The Machine sind darin ziemlich gut, genauso wie Haim. Sie machen tolles Songwriting, aber mit einer coolen, frischen Sound-Perspektive. Das macht mir am meisten Spaß und inspiriert mich am meisten.

Soundmag: Aber alle deine Songs haben eine Art übergeordneten „dunklen“ Ton – wie gibst du deinen Stücken den wiedererkennbaren „Laurel-Sound“?

Laurel: Ich habe keine Ahnung, wie das passiert! Ich habe nicht bewusst versucht, dieses komplette dunkle Ding zu machen, aber irgendwie hänge ich darin fest. Ich drifte einfach in diese Richtung und es klingt am besten für mich. Ich glaube, die Leute sind immer ziemlich überrascht, wenn sie mich treffen, und ich eigentlich heiter und positiv bin. Ich muss wahrscheinlich all meine Dunkelheit in meiner Musik kanalisieren, ha ha!

Soundmag: Deine Texte sind sehr persönlich. Hast du keine Angst, zu viel von dir preiszugeben?

Laurel: Niemals, das ist der einzige Weg um wahre Kunst zu machen.

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