Tom Misch – Geography

In Reviews von Eric

Noch vor Erscheinen seines Debütalbums hat der Sänger/Songwriter/Produzent/DJ Tom Misch Millionen Streams, eine ganze Reihe ausverkaufter Konzerte und jede Menge Vorschusslorbeeren gesammelt. Der Brite versteht es sehr geschickt, die Möglichkeiten des Internets zu nutzen und veröffentlichte auf diversen Plattformen Songs, Videos und Mixtapes, die in Sound wie Ästhetik zu überzeugen wussten. Nun hat sich der 22-Jährige aber doch an seinen offiziellen LP-Erstling gewagt.

„Geography“ bewegt sich anstrengungslos zwischen Genres wie Disco, Soul, HipHop, R´n´B, Blues und Jazz und wird den Erwartungen in weiten Teilen gerecht. Misch größte Stärke – neben seinem Händchen für Melodien und seiner zartschmelzenden Stimme – ist die komplette Lockerheit und Lässigkeit, die seine Songs ausstrahlen, die aber in Wahrheit so schwer zu erreichen ist und viel Planung, Hingabe und Können erfordert. Genau das gelingt dem Briten vorzüglich, so dass sein Debütalbum die Ausstrahlung einer lockeren Jam Session hat, bei der ein paar Freunde vorbeigeschaut haben.

„South Of The River“ nimmt den Acid Jazz von Jamiroquai und stellt ihm eine Gitarre und eine Geige an die Seite. „Movie“ erinnert mit seiner sanften Blues-Gitarre an John Mayer. Bluesige Gitarrenlinien sind überhaupt ein wiederkehrendes Motiv des Albums, klingen hier aber nicht traurig, sondern aufbauend. Der Samba-Rhythmus von „It Runs Through Me“ und die Rap-Parts von De La Soul ergänzen sich erstaunlich gut. Das rein instrumentale Cover von Stevie Wonders „Isn’t She Lovely“ ist ein schönes Interlude, bevor „Disco Yes“ mit einem HipHop-Beat Richtung Club zielt, zu dem auch Poppy Ajudhas soulige Stimme sehr gut passt. Das vielleicht beste Stück des Albums ist aber die Kollaboration mit Großbritanniens größter HipHop-Hoffnung Loyle Carner. In „Water Baby“ ergänzen und pushen sich die beiden Wunderkinder, unterstützt von punktgenauen Bläsersätzen, in ihrem lässigen Flow gegenseitig.

Misch selbst sagt über sein Debüt: „Ich probiere so viele Genres aus, dass man es gar nicht immer klar kategorisieren kann. Ich schätze, mein Sound ist positiv und funky und er hat Soul. Meine Musik ist tendenziell eher fröhlich als melancholisch.“ Und er geht ziemlich gut ins Ohr.

Tracklisting

  1. Before Paris
  2. Lost In Paris (feat. GoldLink)
  3. South Of The River
  4. Movie
  5. Tick Tock
  6. It Runs Through Me (feat. De La Soul)
  7. Isn’t She Lovely
  8. Disco Yes (feat. Poppy Ajudha)
  9. Man Like You
  10. Water Baby (feat. Loyle Carner)
  11. You’re On My Mind
  12. Cos I Love You
  13. We’ve Come So Far

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