The Vaccines – Combat Sports

In Reviews von Eric

The Vaccines sind eine der wenigen Rockbands dieses Jahrzehnts, die dank Konstanz und Konsistenz mit ihrem zweiten Album nicht komplett abschmierten. Beleg: Mit „Combat Sports“ sind sie inzwischen bei ihrer vierten LP angekommen und ich schreibe immer noch eine Review darüber.

Nach dem Ausstieg von Drummer Pete Robertson sind die Londoner zu einem Quintett angewachsen, nachdem die Tourmusiker Tim Lanham (Keyboards) und Yoann Intonti (Schlagzeug) zu festen Bandmitgliedern befördert wurden. Auf den Sound hat das aber nur bedingt Einfluss, The Vaccines bleiben im Großen und Ganzen ihrem schmissigen, leicht rumpeligen, 70ies-beeinflussten Indierock treu. Die auf dem Vorgänger „English Graffiti“ geübte Öffnung gegenüber Westcoast-Pop-Sounds ist noch erkennbar, wird aber zugunsten eines raueren Rock-Sounds wie auf dem Debütalbum zurückgefahren. „Wir lieben es, wenn wir Rock’n’Roll-Songs machen“, kommentiert Sänger/Songwriter/Gitarrist Justin Young den Schritt. „I Can’t Quit“, „Nightclub“ und „Surfing In The Sky“ sind ebensolche punktgenaue, dreiminütige Stücke. Überhaupt überschreiten nur zwei Songs deutlich die Drei-Minuten-Grenze – wie es sich für Rock’n’Roll gehört. Ebendiese, „Maybe (Luck Of The Draw)“ und „Put It On A T-Shirt“, erinnern in ihrem pompöseren Midtempo-Klang an „Pet Sounds“ (ohne natürlich Brian Wilsons genialer Detailversessenheit zu folgen).

Zugegebenermaßen wirkt der Sound von The Vaccines hoffnungslos nostalgisch (man könnte auch sagen: altmodisch oder unzeitgemäß). Aber mit ihren knalligen Gitarren und positiven Melodien macht das Quintett schlicht und einfach Spaß. Man kann ja schließlich nicht immer Kendrick Lamar hören.

Tracklisting

  1. Put It On A T-Shirt
  2. I Can’t Quit
  3. Your Love Is My Favourite Band
  4. Surfing In The Sky
  5. Maybe (Luck Of The Draw)
  6. Young American
  7. Nightclub
  8. Out On The Street
  9. Take It Easy
  10. Someone To Lose
  11. Rolling Stones

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