Woodkid – S16

In Reviews von Eric

Die Trommeln schlagen wieder – über sieben Jahre nach seinem Debütalbum schlägt Yoann Lemoine alias Woodkid auf „S16“ wieder mit seinem orchestraler Überwältigungspop zu. Benannt nach dem entzündlichen Element Schwefel brennt der Franzose wieder ein Feuerwerk aus Percussions, Streicher- und Bläser-Arrangements, Klavier und programmierten Elementen ab.

Die zweite LP des Lyoners klingt, als hätten The Last Shadow Puppets den Soundtrack für eine (weitere) Blade-Runner-Fortsetzung geschrieben: alles ist auf große, dramatische Wirkung angelegt, nach ruhigeren Parts soll die Wucht der Musik die Hörer*innen unmittelbar treffen. Man hört, dass Woodkid in der Pause zwischen den Alben in Hollywood gearbeitet hat, viele seiner Songtitel könnten auch Filmtitel sein.

Stücke wie „Goliath“, „Highway 27“ oder „Reactor“ (das sogar mit einem japanischen Kinderchor) fahren das komplette Instrumentarium auf, um die Spannung hochzuhalten. Aber auch den balladeskeren Stücken wie „In Your Likeness“ oder „Shift“ ist eine gefährliche Unruhe immanent. Nur „Horizons Into Battlegrounds“ konzentriert sich allein auf sein Klavier und steht damit im Kontrast zum restlichen Klang des Albums.

Inhaltlich wollte sich Woodkid mit dem Verhältnis von Mensch und Industrie sowie der Frage nach der kollektiven und individuellen Verantwortung für den Zustand der Welt beschäftigen, bleibt in seinen mit dramatischem Timbre vorgetragenen Lyrics aber meist kryptisch und universell. Antworten hat er auch keine, sondern eher Fragen: „Where are you going boy? When did you get so lost? How could you be so blind?“ (aus „Goliath“). Aber dass es um den Zustand der Menschheit und der Erde nicht zum Besten steht, wird aus Woodkids am Abgrund balancierender Musik schon deutlich genug.

Tracklisting

  1. Goliath
  2. In Your Likeness
  3. Pale Yellow
  4. Enemy
  5. Highway 27
  6. Reactor
  7. Drawn To You
  8. Shift
  9. So Handsome Hello
  10. Horizons Into Battlegrounds
  11. Minus Sixty One

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