James Blake – Before

In Reviews von Eric

Der/die/das überraschend gedroppte Song/EP/Album hat sich zu einer wiederkehrenden Veröffentlichungsform in der Corona-Pandemie entwickelt. Ohne große Ankündigung oder Werbung ist einfach neue Musik da. Auch bei James Blake gab es vorab nur mysteriöse Plakate in New York, Los Angeles und London sowie kryptische Social-Media-Posts, bevor gestern Abend plötzlich die EP „Before“ erschien.

Bei der Form orientiert sich der Elektro-Romancier also am Zeitgeist, beim Inhalt an sich selbst – bzw. seiner letzten Platte „Assume Form“. D.h. mehr Poppigkeit und Zugänglichkeit, für „Before“ fügt Blake sogar noch ziemlich tanzbare Beats hinzu und knüpft damit an seine Anfangstage als DJ an. Wer den Engländer nur noch vom „Limit To Your Love“ im Ohr hat, wird also überrascht sein.

„I Keep Calling“ beginnt noch wie ein prototypischer Blake, mit ruhigem Rauschen und seinem markanten Falsettgesang. Doch nach rund einer Minute setzt ein housiger Beat ein, der dem Track eine neue Richtung gibt. Das Titelstück lässt den Beat von Anfang an im Hintergrund pumpen, um ihm dann mehr und mehr die Bühne zu überlassen. „Do You Ever“ spielt mit Einflüssen von 90s-R’n’B, während „Summer Of Now“ eine Orgel bzw. Streicher hinein- bzw. herausgeleiten lässt, um in der Mitte doch noch einen Beat loszulassen.

Das alles ist freilich noch mit Melancholie überzogen (was nicht zuletzt an den Lyrics liegt), und das glitchy Pulsieren als Kulisse seiner Songentwürfe gibt er auch nicht auf. Meinen Segen für seine Entwicklung vom Eckensteher zum Tänzer hat James Blake jedenfalls!

Tracklisting

  1. I Keep Calling
  2. Before
  3. Do You Ever
  4. Summer Of Now

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