Whitney – Candid

In Reviews von Eric

Das muss man sich als anerkannte Hipster-Band erstmal trauen, den durchgenudelsten Country-Song aller Zeiten, „Take Me Home, Country Roads“ zu covern. Doch Drummer/Sänger Julien Ehrlich und Gitarrist Max Kakacek schaffen es, dem alten John-Denver-Gassenhauer eine neue Seite zu entlocken. Das liegt zum einem an dem folkigen Weichzeichner, den das Duo über das Stück legt, ohne die Country-Wurzeln zu negieren, und zum anderen an der als Duettpartnerin auftretenden Waxahatchee und ihrer rauchigen Stimme.

Die Cover-LP folgt fast genau ein Jahr auf Whitneys zweites Album „Forever Turned Around“. Laut Ehrlich habe die Platte nicht nur damit zu tun, dass sie die darauf vertretenen Songs mögen, sondern sie diene auch als Übung, um sich als Band weiterzuentwickeln.

„Take Me Home…“ ist dann auch mit Abstand das bekannteste Stück auf „Candid“, ansonsten gibt es eine Reise durch die Jahrzehnte von Kelela über SWV (Sisters With Voices) und The Roches bis zu David Byrne & Brian Eno. Alle Songs sind im für die Chicagoer typischen supersmoothen Softrock-Sound vorgetragen. Für Abwechslung sorgen Klavier, Slide-Gitarre und Trompete, die verschiedentlich eingesetzt werden.

„Candid“ ist für die Band eine schöne Fingerübung, für Whitney-Komplettisten ein Muss und für alle anderen ein netter Soundtrack zum Chillen unterm Baum im Park.

Tracklisting

  1. Bank Head
  2. A.M. AM
  3. Take Me Home, Country Roads (feat. Waxahatchee)
  4. High On A Rocky Ledge
  5. Something Happen
  6. Strange Overtones
  7. Hammond Song
  8. Crying, Laughing, Loving, Lying
  9. Rain
  10. Rainbows And Ridges

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