Oscar Jerome – Breathe Deep

In Reviews von Eric

Oscar Jerome erweitert die Garde junger britischer Musiker*innen, die leichthändig zwischen Jazz und Pop wandeln und derzeit wie die sprichwörtlichen Pilze aus dem Boden schießen – jüngstes Beispiel ist das Album von Tom Misch & Yussef Dayes.

Doch Jazz und Pop sind nicht die einzigen Stile, die der aus Norwich stammende und in London lebende Gitarrist und Sänger auf seinem Debütalbum zusammenbringt – auch Funk, Soul und HipHop mischen fröhlich mit. Mit diesem Mix schafft er es, dem Jazz das Elitäre zu nehmen und neue, junge Hörer*innen zu gewinnen – wie die anderen Protagonist*innen des Nu-Jazz auch. Jerome ist an dieser Entwicklung schon länger beteiligt, sei es als Teil des Afrobeat-Kollektivs Kokoroko oder als Kollaborationspartner von Kamasi Washington, Moses Boyd oder bereits genanntem Yussef Dayes.

„Breathe Deep“ ist eine Hommage an Musiker*innen, die der 28-Jährige verehrt und die ihn beeinflusst haben. „Draggin‘ My Heels“ ist eine Ode an George Benson, „Coy Moon“ ist von Mawdo Suso und Lee Scratch Perry inspiriert und „Happy Days“ eine Reminiszenz an Latin-Soul-Jazz aus den 60ern. Aber die LP ist genauso ein sehr heutiges Album in ihrer Verbindung aus zeitgenössischem R’n’B, Soul-Sensibilität und klassischen Jazz-Tönen, namentlich durch Saxofon-Parts. Zusammengehalten werden die Songs von einem sanften, tanzbaren Groove. Und wenn bei „Timeless“ sogar noch die hinreißende Lianne La Havas mitsingt, ist das schon ziemlich nah an perfekt.

Tracklisting

  1. Searching For Aliens
  2. Sun For Someone
  3. Give Back What You Stole From Me 2
  4. Your Saint
  5. Coy Moon
  6. What’s Up Buttercup
  7. Gravitate
  8. Fkn Happy Days
  9. Timeless
  10. Draggin‘ My Heels
  11. Joy Is You

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