Washed Out – Purple Noon

In Reviews von Eric

Mit seinen ersten beiden Alben wurde Ernest Greene alias Washed Out zum Hohepriester des kurzlebigen Subgenre-Hypes Chillwave erklärt. Von diesem Ruf befreite sich der Amerikaner 2017 auf seiner dritten LP „Mister Mellow“ mittels HipHop-Beats und Sample-Collagen.

Sein neuester Streich ist hörbar von seiner Arbeit mit anderen Künstler*innen (z.B. Sudan Archives) beeinflusst, R’n’B- und Modern-Pop-Impressionen waren noch nie so deutlich zu vernehmen wie auf „Purple Noon“. Greenes bekannte verträumte Synthies arrangiert er dafür anders, gibt ihnen mehr Raum zur Entfaltung, setzt aber auch auf mehr Spuren und eine slicke Produktion für einen einnehmenden Klang. Der psychedelische Sound des Vorgängers wird durch eine süßlich-catchy Unmittelbarkeit ersetzt. Champagner statt Peyote, sozusagen. Dass sich Washed Out angeblich von den Mittelmeerinseln zu der Platte inspirieren ließ, passt ins pastellfarbige Bild (des Covers). Da darf wie bei „Game Of Chance“ auch eine spanische Gitarre klimpern.

Textlich folgt das Album der Geschichte einer Romanze, vom ersten Treffen zur leidenschaftlichen Affäre, dem Zerfall der Beziehung zur Wiedervereinigung mit einer verlorenen Liebe. Diese Storyline vervollständigt die Komposition des mediterranen Eskapismus von „Purple Noon“.

Tracklisting

  1. Too Late
  2. Face Up
  3. Time To Walk Away
  4. Paralyzed
  5. Reckless Desires
  6. Game Of Chance
  7. Leave You Behind
  8. Don’t Go
  9. Hide
  10. Haunt

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