Vök – In The Dark

In Reviews von Eric

Der Name des isländischen Trios Vök ist irreführend: Er bedeutet so viel wie Loch im Eis, dabei klingt die Band alles andere als kalt. Trotz eines dunklen Grundtons rauscht und pulsiert ihr Elektropop warm wie ein tropischer Fluss oder wie das Mittelmeer im Sommer, wie auf dem Debütalbum „Figure“ zu hören war.

Auf dem Nachfolger „In The Dark“ steigern Vök den Pop-Anteil ihres Sounds um zwei bis drei Stufen, dafür ist der deepe Alt-R’n’B, den sie vorher geschickt in die Stücke einwebten, nur noch eine Randerscheinung. Nun klingen die Songs eingängiger, gefälliger und damit auch flacher und austauschbarer. Daran kann auch der emotional aufgeladene Gesang von Sängerin Margrét Rán wenig ändern, die eigentlich mit einer tollen Stimme gesegnet ist.

Zum Glück gibt es auch ein paar Songs, die aus dem Einerlei an Synthie-Flächen und angesagten Beats herausstechen: das abwechslungsreiche und housige „Spend The Love“ könnte auch von Joe Goddard stammen, die Mischung aus Leichtigkeit und Melancholie in „Night & Day“ ist an Robyn geschult, und auch das rein instrumentale „Out Of The Dark“ bietet ein paar nette Beats und Loops.

Diese Stücke sind aber eher die Ausnahme, ansonsten dominiert radiofreundlicher, durchaus zeitgeistiger Pop. Das mit ihrem Debüt gegebene Versprechen auf cleveren und deepen Leftfield-Elektropop enttäuschen Vök mit diesem Album jedoch.

Tracklisting

  1. In The Dark
  2. Autopilot
  3. Night & Day
  4. Scarcity
  5. Spend the Love
  6. Round Two
  7. No Direction
  8. Erase You
  9. Rooftop Views
  10. Fantasia
  11. Out Of The Dark

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