Thala – Adolescence

In Reviews von Eric

Thala aus Berlin nimmt die Hörer*innen auf ihrem Debütalbum mit auf einen wunderbaren Dream-Pop-Trip, poetisch und – obwohl „Adolescence“ betitelt – nostalgisch. Das liegt zum einen daran, dass sie in ihren Texten aus einer älteren, weiseren Perspektive auf eben jene Adoleszenz blickt, aber auch aus einer sehr persönlichen, bekenntnisreichen Sichtweise schreibt. Und zum anderen an ihrem stark Psych- und Shoegaze-beeinflussten Sound, bei dem als erstes Mazzy Star in den Sinn kommt, und danach retro-orientierte aktuelle Acts wie Cigarettes After Sex, Beach House oder Laurel. Zudem hat Thala eine helle und sehr sehnsuchtsvolle Gesangsstimme, die Melancholie ausstrahlt und gleichzeitig wie eine kuschelige Decke wärmt.

Das Titelstück empfängt mit tiefen, hallgetränkten Gitarrenakkorden, die im Verlauf des Songs kraftvoller werden. „Something In The Water“ – eine Zusammenarbeit mit dem Londoner Elektrokünstler Bearcubs – überzeugt mit seiner Maggie-Rogers-artigen Poppigkeit. Synthie-Klänge geben „Takemeanywhere“ einen 80s-Touch, bei „Contradictions“ verleiht vor allem das Zusammenspiel von elektrischer und akustischer Gitarre Spannung. „Weep“ ist fast euphorisch zu nennen, bevor „Nan“ ruhig aus der Platte hinausgeleitet.

Thala erweist sich mit ihrem Erstlingsalbum als sehr talentierte Songwriterin, die mit einer fabelhaften Stimme gesegnet ist und ihre Sound-Ästhetik offensichtlich gefunden hat.

Tracklisting

  1. Adolescence
  2. Something In The Water (feat. Bearcubs)
  3. Takemeanywhere
  4. Contradictions
  5. Diditagain
  6. Serenade
  7. Weep
  8. Bad Blood
  9. Moonlight Shadows
  10. Nan