Brockhoff – Easy Peeler

In Reviews von Eric

Wenn man raten müsste, in welchem Jahrzehnt Lina Brockhoff am liebsten ihr Musikerleben verbracht hätte – nach dem Hören ihres Debütalbums „Easy Peeler“ käme man easy auf die 90er. Denn der Sound der Hamburgerin ist stark beeinflusst von damaligen weiblichen Acts wie Hole und PJ Harvey, ebenso wie von Grunge-Vertretern wie den Stone Temple Pilots. Gleichzeitig schreckt sie aber auch vor einer guten Pop-Hook nicht zurück. Das Titel- und gleichzeitige Eröffnungsstück ist dafür exemplarisch: es empfängt mit diesen 90s-typischen schweren, verzerrten Gitarren, um dann in der zweiten Strophe fast sanft zu werden und schließlich noch ein paar symphonische Streicher einzubauen.

Brockhoff hat aber auch eine leisere, indie-poppige Seite, wie sie auf Stücken wie „Willows“ oder „Dirty Dream“ beweist. Hier zeigt sich dann der Einfluss von zeitgenössischen Künstlerinnen wie Phoebe Bridgers und Snail Mail, denen sie nicht nur stimmlich ähnelt, sondern auch im Bekenntnisreichtum ihres Songwritings, das viele eigene Gefühlskämpfe und Unsicherheiten verhandelt.

„Easy Peeler“ ist ein starkes Album einer vielversprechenden Musikerin, die weit mehr kann, als die 90er nachzuspielen.

Tracklisting

  1. Easy Peeler
  2. The Carpet Song
  3. Willows
  4. Sunny Day (Deadline)
  5. Blue Star
  6. Front Row
  7. Nothing Can Be Fixed In This Place
  8. Dirty Dream
  9. Japanese Garden
  10. I’ve Stopped Getting Chills For A While Now
  11. Cruel
  12. Sleep It Off
  13. It Never Happened
  14. Hot Wheels