Soccer Mommy – Clean

In Reviews von Eric

Im Grunde hat man Coming-of-Age-Songs wie auf „Clean“ schon oft gehört, allerdings selten mit so viel Charme und so viel Herz wie von Sophie Allison alias Soccer Mommy. Die 20-Jährige aus Nashville verhandelt auf ihrem Debütalbum im Lo-Fi-Indiepop-Gewand die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens.

Obwohl sie die Stücke von „Clean“ mit einer kompletten Band einspielte, bleibt der schluffige DIY-Charme – ähnlich wie bei Fazerdaze im vergangenen Jahr – ihrer frühen Schlafzimmer-Aufnahmen erhalten. Klare Melodien werden mit luftigen Gitarrenriffs, eingängigen Schlagzeugrhythmen und hin und wieder ein paar Keyboard-Sounds ergänzt. Dazu kommt Allisons lakonische Stimme, die auch bittere Wahrheiten nicht zu düster klingen lässt.

Allison gelingt es in ihren Texten, die sich oft, aber nicht nur um Liebe und Betrug drehen, eine Verbindung zwischen realen Adoleszenz-Betrachtungen und fast brutalen Bildern herzustellen, etwa in „Your Dog“: „I don’t wanna be your fucking dog that you drag around. A collar on my neck tied to a pole, leave me in the freezing cold.“ Damit reichen ihre Songs über reine Erwachsenwerden-ist-schwer-Darstellungen hinaus und nehmen auch Hörer*innen über Anfang 20 mit.

Tracklisting

  1. Still Clean
  2. Cool
  3. Your Dog
  4. Flaw
  5. Blossom (Wasting All My Time)
  6. Last Girl
  7. Skin
  8. Scorpio Rising
  9. Interlude
  10. Wildflowers

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