Holly Humberstone – Falling Asleep At The Wheel

In Reviews von Eric

Holly Humberstone darf man mit Fug und Recht als Durchstarterin bezeichnen. „Nur“ mit ein paar veröffentlichten Singles schaffte es die Engländerin bereits ins Vorprogramm von Lewis Capaldi, auf eine Bühne des letztjährigen Glastonbury-Festivals, in einige einflussreiche Spotify-Playlists und auf die Bühne der Jimmy-Kimmel-Show. Nicht schlecht für eine 20-Jährige, deren Erfolg sich mit ihrer Debüt-EP noch beschleunigen dürfte.

Zwischen Haim, Lorde und Phoebe Bridgers wird Humberstone oft verortet, da sie warme Poptöne, dunkle elektronische Atmosphäre und deepes (Gitarren-)Songschreibertum verbindet. Im Titeltrack von „Falling Asleep At The Wheel“ wird das besonders deutlich – eröffnet wird nur mit einem Klavier und dem sensiblen, aber dennoch kräftigen Gesang der Musikerin, nach und nach gesellen sich Synthie-Untermalung, ein elektronischer Beat und zum Höhepunkt noch Bläser hinzu. Humberstone kann also durchaus dick auftragen, übertreibt es aber zum Glück nicht. „Drop Dead“ geht in eine ähnliche Richtung, geriert sich aber dramatischer. „Overkill“ balanciert Haim-like zwischen Leichtigkeit und Melancholie.

Am intensivsten wirkt Humberstones Songwriting allerdings im reduzierten „Deep End“, in dem sie sich wie Bridgers nur auf ihre Stimme und ihr Gitarrenspiel verlässt und von der facettenreichen Beziehung zu einer „Sister“ kündet. Hier zeigt Holly Humberstone ihre ganze Wirkmächtigkeit.

Tracklisting

  1. Deep End
  2. Falling Asleep At The Wheel
  3. Overkill
  4. Drop Dead
  5. Vanilla
  6. Live Wire

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