Natalie Prass – The Future And The Past

In Reviews von Eric

Unter dem Eindruck von Donald Trumps Wahlsieg 2016 verwarf Natalie Prass ein fast fertiges Album, um ihrem Schock Ausdruck zu verleihen. „Ich war am Boden zerstört“, erklärt die US-Sängerin. Die Wahl habe für sie „in Frage gestellt, was es heißt, eine Frau in Amerika zu sein, ob etwas von den Dingen, von denen ich dachte, dass sie besser werden, das wirklich taten, wer ich bin und an was ich glaube.“

Wer angesichts dieser Geschichte aber nun erwartet, auf „The Future And The Past“ lauter schwermütige Klänge vorzufinden, wird überrascht. Tanzbare Grooves, die sich auf 90er-R’n’B und 80er-Pop beziehen, dominieren das Album. Wenn Prass im Opener singt „It’s giving heartbreak to me“, dann tut sie das in einem Song, der Janet Jackson zu ihren besten Zeiten zu Ehren gereicht hätte. Das folgende „Short Court Style“ bedient sich geschickt des Funks der 70er, „Nothing To Say“ kann sich auf eine hüpfende Pianospur verlassen. Nur, wenn sich die Künstlerin aus Cleveland komplett den 80ern zuwendet, wie in „The Fire“, kommt seichter Bubblegum-Pop heraus.

Ansonsten schafft es Prass mit ihrem Zweitwerk, dem Retro-Charme ihrer Musik einen aktuellen Anspruch zu verleihen. Und dabei noch zu coolen Dance-Moves zu animieren. Nicht umsonst heißt es in der abschließenden Erbauungshymne „Ain’t Nobody“: „Keep holding on. Who’s letting go? Not you!“

Tracklisting

  1. Oh My
  2. Short Court Style
  3. Interlude: Your Fire
  4. The Fire
  5. Hot For The Mountain
  6. Lost
  7. Sisters
  8. Never Too Late
  9. Ship Go Down
  10. Nothing To Say
  11. Far From You
  12. Ain’t Nobody

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