Little Cub – Still Life

In Reviews von Eric

Dorian Gray, der ewig junge Hedonist, diente schon oft als Inspirationsquelle der Popkultur. Auch das Londoner Trio Little Cub bezieht sich auf seinem Debüt „Still Life“ auf die Romanfigur Oscar Wildes. „Dorian Gray ist eine Figur, von der ich zu der Zeit, als ich die meisten Songs schrieb, absolut fasziniert war“, erklärt Sänger Dominic Gore. „Ich glaube, dass viele Songs auf dem Album einen ziemlich vernichtenden Blick auf die menschliche Natur werfen, zumindest oberflächlich betrachtet, aber tatsächlich ist dies eher der Versuch, einander so zu akzeptieren, wie wir sind.“

Gekleidet werden die teilweise zynischen, teilweise aber auch herzzerreißenden Kommentare („Snow“ behandelt den Tod von Gores Mutter, „Death Of…“ den Selbstmord des walisischen Nationaltrainers Gary Speed) in einen satten Elektropop-Sound. Dieser erinnert in seiner Verbindung aus House-, Ambient- und Synthiepop-Elementen, in seiner an Math-Rock angelehnten Formalisierung sowie seinem raumgreifenden Klang stark an Delphic. Durch das konzentriert-kreative Songwriting weist die Band aber über das reine Epigonentum hinaus. Auch die durch Reminiszenzen an New Order, Depeche Mode oder Pet Shop Boys entstehenden 80ies-Revival-Anflüge, nicht zuletzt auch im kühlen Gesang Gores hörbar, verpackt das Trio geschickt und lässt sie glücklicherweise nie die Oberhand gewinnen.

Wie gut Little Cubs Musik altert – um auf Dorian Gray zurückzukommen – wird die Zukunft zeigen. Aber eine gewisse Zeitlosigkeit ist den Songs sicher immanent.

Tracklisting

  1. Too Much Love
  2. My Nature
  3. Breathing Space
  4. Mulberry
  5. Death Of A Football Manager
  6. Hypnotise
  7. Closing Time
  8. October
  9. Loveless
  10. Snow
  11. Television

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