Laurel – Petrol Bloom

In Reviews von Eric

Dass die Umgebung die Musik einer Künstlerin beeinflusst, ist eine gern bemühte Phrase. Beim Hören von Laurels neuer EP „Petrol Bloom“ kommt man an dieser Annahme allerdings schwer vorbei. Das Debütalbum „Dogviolet“ der Engländerin war von einem DIY-Sound und düsteren, desperaten Gitarren geprägt, passend zu ihrem damaligen Wohnort London. Nach ihrem Umzug in die sonnige Glitzerstadt Los Angeles klingen nun auch ihre Songs anders – süßlicher und bunter, mit einem Technicolor-Touch (siehe auch das Cover), der sich vor allem in 80er-Retro-Synthies manifestiert.

Unter dem Motto der neu entdeckten Poppigkeit wirken die Stücke leichter und spielerischer, und auch Laurels Gesang klingt heller und angepasster als ehedem. Die Gitarren werden nicht mehr mit Hall belegt, sondern spielen Yachtrock-Arpeggios. Kurzum, mit Wohnsitz in der (angeblichen) Hauptstadt der Oberflächlichkeit wird offensichtlich auch in der Musik mehr Wert auf eine glänzende Oberfläche gelegt. Im schlechtesten Fall klingt die Summe dieser Teile recht substanzlos wie in „Sometimes“.

Da Laurel eine unbestreitbar talentierte Songwriterin ist, schafft sie es aber meistens, gute Popsongs entstehen zu lassen, denen sowohl Gehalt als auch Leichtigkeit immanent ist. Dabei liegt sie nicht weit weg von den ebenfalls in L.A. ansässigen Haim, insbesondere die besten Stücke der EP, „Scream Drive Faster“ und „Best I Ever Had“, könnte man sich auch gut von den drei Schwestern vorstellen. Und das ist im Ergebnis für das Vorhaben eines kalifornischen Retro-Pop-Sounds sicher kein schlechter Vergleich.

Tracklisting

  1. Scream Drive Faster
  2. Best I Ever Had
  3. Appetite
  4. When You’re Walking Away
  5. Sometimes

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