Julia Holter – In The Same Room

In Reviews von Eric

John Peel hat mit seinen sagenumwobenen Live-Sessions bei der BBC Künstler Mini-Konzerte für seine Radioshow spielen lassen und so quasi ein neues Genre erfunden. In Anlehnung an den legendären Radio-DJ will nun Domino Records in loser Folge Aufnahmen seiner Künstler aus einem Londoner Studio veröffentlichen, die innerhalb von ein bis zwei Tagen unter Live-Bedingungen eingespielt werden.

Den Anfang auf dem neuen Sublabel Domino Documents macht Chamberpop-Mulittalent Julia Holter mit „In The Same Room“. Nachdem sie auf ihrem jüngsten Album „Have You In My Wilderness“ endlich den konzeptionellen Ballast abwerfen konnte, der zuvor ihren Schönklang zu sehr formalisierte, besteht nun zu Recht auch der Großteil der Session aus Songs dieser LP. Zusammen mit ihrer Band schafft Holter eine Sammlung von Songs, die durch elegante Melodien und gewundene Texte bestechen. Die Sängerin beherrscht mit ihrer klaren, unverstellten Stimme leichthändig das Setup mit vielen klassischen Instrumenten wie Geige, Klarinette, Kontrabass und Spinett. Die luftigen Arrangements sind durchaus anspruchsvoll komponiert und scheuen sich auch nicht vor Brüchen oder einem schrägen Ton. „In The Same Room“ ist eine schöne Bestätigung des ambitionierten, aber unangestrengten Triumphs von „Have You In My Wilderness“.

Tracklisting

  1. Horns Surrounding Me
  2. So Lillies
  3. Silhouette
  4. How Long?
  5. Feel You
  6. Lucette Stranded On The Island
  7. In The Green Wild
  8. City Appearing
  9. Vasquez
  10. Betsy On The Roof
  11. Sea Calls Me Home

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