Hinds – I Don’t Run

In Reviews von Eric

„Die böse-Cousinen-Version von Haim“ nannte ich das spanische Quartett Hinds bei seinem Debütalbum, als es sich mit Kippe im Mundwinkel, Bierpulle in der Hand und viel Charme durch den Slacker-Rock seines Debütalbums schrammelte.

Zwei Jahre später hat sich beim Nachfolger „I Don’t Run“ nicht viel verändert. Die Madrileninnen sind immer noch keine virtuosen Musikerinnen und haben genau daran Spaß. Die LoFi-Attitüde ihrer Songs wird offensiv verfolgt, obwohl diesmal die Gitarren-Licks prominent hervortreten – hier könnte Strokes-Intimus Gordon Raphael seine Finger im Spiel gehabt haben, der das Album mitproduzierte. Die Texte haben einen ernsteren Anstrich bekommen, drehen sich um zwischenmenschliche Kämpfe und auch Kämpfe gegen sich selbst („Sometimes I see myself and I can’t my show!“). Doch wenn die beiden Songwriterinnen Carlotta Cosials und Ana Perrote zweistimmig-polternd ihre Texte intonieren, das Schlagzeug wacklige Rhythmen spielt und die Gitarren warm schrammeln, verströmen Songs wie „The Club“, „New For You“ oder „To The Morning Light“ doch eine angenehm lockere LMAA-Stimmung. I Don’t Run? Stimmt, Hinds schlappen eher lässig-gemütlich aus ihrer Rock-Garage in die Welt.

Tracklisting

  1. The Club
  2. Soberland
  3. Linda
  4. New For You
  5. Echoing My Name
  6. Tester
  7. Finally Floating
  8. I Feel Cold But I Feel More
  9. To The Morning Light
  10. Rookie
  11. Ma Nuit

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