Gloria De Oliveira – Fascination

In Reviews von Martina

Schauspiel und Musik passt perfekt zusammen. So auch bei Gloria de Oliveira. Die deutsch-brasilianische Künstlerin ist in beiden Bereichen zu Hause. In den letzten zehn Jahren ist die Schauspielerei (u.a. Babylon Berlin) das große Thema im Leben der jungen Frau. Außerdem ist ihre angenehme Stimme auch auf vielen Hörbüchern verewigt.

Ein eigenes Label hat die Allrounderin natürlich auch. Auf diesem sind im letzten Jahr ihre beiden EPs „La Rose De Fer“ und später im Jahr noch „Lèvres de Sang“ erschienen. Nun wird daraus eine Compilation. Zu den insgesamt zehn vorhandenen und remasterten Stücken kommen nun noch sieben Remixe diverser Künstlerkolleg*innen oben drauf.

Zum ausgelassenen Tanzen lädt „Fascination“ die Hörer nicht zwingend ein. Denn es sind nur rhythmusvolle Einzelstüke wie „Black Violets“, die sich schwungvoll präsentieren. Die Songs sind eher für sanft wippende Körper- und Fußbewegungen geeignet. Die Musik von Gloria de Oliveira besteht zu 99 Prozent aus betörendem Dreampop mit dünnem Stimmchen, das sich gedämpft auf die elektronische Musik legt. Oftmals aber ertrinkt der sensible Gesang im Taumel der träumerischen Klänge. Knapp, ohne Markierung, als wäre es selbstverständlich, fließt ein Stück in das nächste hinein. Nur mit minimalen Änderungen, bleibt die Musikerin auf ihrem bestimmten Weg. Die Richtung verändert sich kaum und nur die wenigen flackernden oder auf gerader Strecke eingesammelten Dinge streut sie in den Dreampop-Mix. So wie das spannungsvolle Wummern in „Kind Mess“, das sich durch nichts auflöst und die pulsierende Stimmung bis zum letzten Ton hält.

Die sieben Remixe bekommen verschiedene Gesichter aufgesetzt. Experimentell verändert wird „The Only Witness“ von Gudrun Gut. The Wide Eye hingegen machen aus diesem Stück eine wuchtige Rhythmusnummer zum Abtanzen. Die bassige Handschrift von Box And The Twins wird „The Field Whre I Died“ gutgeschrieben. Eine schöne Veränderung bekommt auch die Version von „To Recall“, die vom Hamburger Musiker Elkks verfeinert wurde, und so vielleicht der schickste Song des Albums ist.

Tracklisting

  1. Ave Maris Stella (Intro) (Remastered)
  2. The Only Witness (Remastered)
  3. To Recall (Remastered)
  4. Roses In The Frost (Remastered)
  5. Falling In Space (Remastered)
  6. The Field Where I Died (Remastered)
  7. Black Violets (Remastered)
  8. The Dead (Remastered)
  9. Kind Mess (Remastered)
  10. Angel Skin (Remastered)
  11. The Only Witness (Gudrun Gut Remix)
  12. Falling In Space (Fragrance Remix)
  13. The Only Witness ( The Wide Eye Remix)
  14. The Field Where I Dies (Dreamed by Box And The Twins)
  15. The Dead (The Wide Eye Remix)
  16. Ave Maris Stella (Tellavision Remix)
  17. To Recall (Elkks Remix)

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