Jehnny Beth – To Love Is To Live

In Reviews von Eric

„I am burning inside“, wiederholt Jehnny Beth im ersten Song ihres Debüt-Soloalbums immer wieder. Das Leben und die Liebe aus dem Titel ist für die französische Wahl-Britin eine Mühsal, auch gute Erfahrungen sind nie frei von Brüchen und negativen Emotionen. Das war als Frontfrau ihrer Post-Punk-Band Savages so, und das ist auch bei ihrer alleinigen LP so geblieben.

Der Klang wechselt jedoch zu einem dunklen Industrial-Rock mit orchestralen, cineastischen Qualitäten, bei dem Sounds wie Eisenstücke aufeinanderschlagen. Doch mittels eines Pianos hier, einer Akustikgitarre dort tauchen warme Inseln in einem Meer aus Kühle und Kompromisslosigkeit auf, auf die man sich als Hörer*in gerne rettet.

In ihren Texten erkundet Beth die dunkelsten, unangenehmsten Seiten ihres Selbst, schafft aber auch Momente der Zärtlichkeit und Verletzlichkeit. Grundsätzliche menschliche Themen werden so verhandelt – Liebe und Lust, Moral im Allgemeinen und Schuld im Speziellen – und mit stechender Stimme vorgetragen.

Dass man die Unterbrechung dieses Malstroms von Songs durch die von Cillian Murphy vorgetragenen Spoken-Word-Sozialkritik „A Place Above“ als Erleichterung empfindet, sagt viel über die Wucht dieses Albums aus.

Tracklisting

  1. I Am
  2. Innocence
  3. Flower
  4. We Will Sin Together
  5. A Place Above (Interlude)
  6. I’m The Man
  7. The Rooms
  8. Heroine
  9. How Could You
  10. The French Countryside
  11. Human

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