Das Paradies – Goldene Zukunft

In Reviews von Eric

Auch wenn es Florian Sievers nicht so empfunden hat, wie er in unserem Interview berichtet: Gleich mit seinem ersten Song als Das Paradies, „Goldene Zukunft“, landete der Musiker einen kleinen Hit. Also nur konsequent, sein jetzt erscheinendes Debütalbum ebenfalls so zu benennen. Für sein neues Alias wechselte Sievers, vorher bereits als Mitglied der Indie-Folk-Band Talking To Turtles bekannt, von englischen zu deutschen Texten. Gekleidet in ein slackermäßig entspanntes, schlankes Soundkleid, das mit einem Hauch discoider Tanzbarkeit angereichert wird, zeigen die Songs, die teilweise schon von der Erstlings-EP „Die Giraffe streckt sich“ bekannt sind, wie gut Lakonie und kluge Lyrics zusammengehen.

Die Leichtigkeit seines Indiepop-Sounds hat sich Das Paradies von The Whitest Boy Alive und „Neon Golden“-Notwist abgeguckt, die Lockerheit von Pavement und den Lemonheads. Die schönen Sprachbilder scheinen zu gleichen Teilen an PeterLicht und Element Of Crime geschult. So entsteht Poesie ohne Anstrengung, ohne gespielte Dringlichkeit. Alltägliche Verrichtungen werden bei Sievers zum Spiegel eines Lebens: „Ich rauche, rauche, rauche, nur wenn ich schlafe nicht. Keine Sucht, nur eine Weise, auf die meine Zeit zerbricht“ („Die Giraffe streckt sich“). Und weil etwas aus Gold ist, ist das keine glänzende Aussicht und noch lange nicht ausreichend: „Ich sehe eine goldene Zukunft und nicht viel mehr.“

„Goldene Zukunft“ ist wie ein warmer Sommertag, den man mit Freunden und guten Gesprächen unter einem großen Baum verbringt. Nicht spektakulär, aber einfach schön und wohlfühlig.

Tracklisting

  1. Das große Versprechen
  2. Goldene Zukunft
  3. Es gab so viel, was zu tun war
  4. Discoscooter
  5. Die Giraffe streckt sich
  6. Du, die anderen und ich
  7. Hinter deiner schönen Stirn
  8. Ein schönes Unentschieden
  9. Dürfen die das
  10. Hier bist du sicher
  11. Das Universum weiß es auch nicht

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