Blaue Blume – Bell Of Wool

In Reviews von Martina

Während des Schreibens des Zweitlings hat Blaue-Blume-Frontmann Jonas Smith mit starken Depressionen zu kämpfen. Die Arbeit am neuen Album bleibt liegen und die Fertigstellung von „Bell Of Wool“ war ungewiss. Doch Smith hat sich gefangen und trotz (oder gerade wegen) der psychischen Dunkelheit während der letzten zwei Jahre ist ein anspruchsvolles Dreampop-Album „Made in Denmark“ entstanden.

Am Besten funktioniert das Album mit Kopfhörer auf, um die facettenreichen, synthetischen Klangschnipsel wahrzunehmen. Dumpf, kratzig oder leicht schwebend umgarnen sie wirkungsvoll den sensibel klingenden Falsett-Gesang, um in die traurige Welt der Blauen Blume einzudringen. Fast alles Hektische und Laute wird aus der Musik der Dänen verbannt, der Name Blaue Blume wird seiner Bedeutung, dem Sinnbild der Romantik, völlig gerecht. Wer vor Lärm flüchten will, kann sich dem mystischen, zuckrigen Art-Pop des Quartetts bedenkenlos zuwenden, oder sich an einem verregneten Tag mit dem grauen Himmel verbünden. Mit „Bombard“ verlassen die Vier ihren Leisegang und beleben das Schlagzeug und die Gitarren. Die synthetischen Klänge geben mehr Dynamik, die Stimme tobt sich aufbrausend aus. Es entsteht ein Zusammenspiel das, wie in einem Film, eine dramatische Szene unterstreicht.

Blaue Blume haben es zwar nicht geschafft, einen drei-Minuten-Song aus 30 Refrains zu kreiern. Denn laut Jonas Smith war dies die Idee, ein Stück zu schreiben, das nur aus Refrains besteht, die sich nicht wiederholen, sondern ablösen. Schlimm ist es jedenfalls nicht, dass dies nicht klappt, und es kann ja in Zukunft noch gelingen.

Tracklisting

  1. Swimmer
  2. Someday
  3. Morgensol
  4. Vanilla
  5. Rain Rain
  6. Bombard
  7. Sobs
  8. Lovable
  9. New Navel

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