Jim Kroft – Love In The Face Of Fear

In Reviews von Eric

Das neue Album des schottischen Wahlberliners Jim Kroft ist ein weiterer Mosaikstein in seinem Projekt „Journeys“, in dem er die Erfahrungen seiner 20.000 Kilometer langen Weltreise verarbeitet. Nach dem Dokumentarfilm „The March Of Hope“ über die 2015er Flüchtlingskrise ist er nun wieder bei der Musik gelandet. Angesichts von zunehmender Radikalisierung, Rassismus und Hass – Kroft erfuhr selbst Anfeindungen im Nachgang seiner Doku – nicht die eigene Freundlichkeit und Menschlichkeit zu verlieren, ist die Botschaft von „Love In The Face Of Fear“.

Dazu passt der positive, orchestrale Sound des Albums, den der Songwriter mit seinem Kollegen Jonathan Kluth in dessen Neuköllner Studio entwickelte. Der sowieso schon satte Band-Klang wird um Streicher, Klavier oder einen Chor angereichert. Moderne Popstandards treffen hier auf den opulenten Orchesterpop eines Scott Walker und die Folk-Protest-Songs der 60er-Jahre. „Keep loving in the face of fear, keep shouting that you are here, talking about those ideas, loving whether far or near, loving in the face of fear“, singt Kroft im Titelstück, das sowohl Form als auch Inhalt der LP exemplarisch vorführt. Bei „Bahnhof Friedrichstrasse“ berichtet der Musiker von seiner Ankunft in Berlin und gibt sogar Zeilen auf Deutsch zum Besten: „Herzlich willkommen, sag‘ mir, was sie wollen.“ „Favourite Type Of Sinner“ gerät dank marschierendem Rhythmus, Synthie-Melodie und Chor-Unterstützung extra-schmissig.

Jim Krofts Liebesbotschaft ist im Kern sehr simpel. Aber „All You Need Is Love“ hat auch bei den Beatles schon sehr gut funktioniert.

Tracklisting

  1. Love In The Face Of Fear
  2. Yes We Are Still Human
  3. Obstacles
  4. The Stars Are Falling From The Sky
  5. Not In My Name
  6. Bahnhof Friedrichstrasse
  7. Doesn’t Really Matter
  8. Beyond The Fire
  9. Favourite Type Of Sinner
  10. Gravity’s Gone

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