Friends Of Gas – Carrara

In Reviews von Martina

Bevor es voraussichtlich im April Nachschub gibt, versorgen die Münchener von Friends Of Gas die Ohren mit einer noisigen 3-Track-EP. Der verquirlte, kantige Post-Rock-Kraut-Sound trägt die Überschrift „Carrara“. Der Titel bezieht sich auf einen Ort in Italien, der wegen seiner Marmor-Steinbrüche eben fast nur aus diesem Material besteht. Friends Of Gas widmen dem edlen Material ein Minialbum: Grob oder künstlerisch bearbeitet, identifiziert sich der Sound der EP mit dem steinigen Naturgut.

Ein Schlagzeug gibt den Ton an, dazu diktiert ein dumpfer Bass den Takt. Nach den ersten griffigen Gitarrenklängen haucht eine reibende Stimme die minimalen Textzeilen zur Musik. Der Sound verliert sich im Rhythmus des 80er New Wave und übt kontrollierten Druck auf die Tanznerven aus, damit sich der Körper nicht zu heftig bewegt. Bei den ersten Takten des Titeltracks meint man, dass der dunkle Schatten der Saiteninstrumente das nächste Stück einleitet. Wer weiter tanzen möchte, hat schlechte Karten. Denn der Song „Carrara“ entpuppt sich als 9-Minuten-Gimmick, der irgendwie an einen früheren Hidden Track auf einer Vinyl-Scheibe erinnert, der sich unaufhaltsam ausdehnt.

Erst beim Anfang des dritten Stücks wird die Gitarre angeschubst und der Sound springt wieder an und geht seine Dunkelrunde mit entzürnter Thematik post-punkig weiter.

Tracklisting

  1. Kalter Apparat
  2. Carrara
  3. Vom Müssen

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