Anna Calvi – Hunted

In Reviews von Eric

Von der Jägerin zur Gejagten? Mit „Hunted“ setzt Anna Calvi Stücke ihres grandiosen 2018er Albums „Hunter“ neu auf und hat sich dafür einige bekannte Musiker*innen ins Boot geholt.

„Hunted“ hält den dunklen Breitwand-Post-Punk-Sound des Ausgangswerkes in Ehren, aber reduziert und verlangsamt ihn. Einsame E-Gitarren, die in eine unendliche Weite hinein zu spielen scheinen, Bassläufe wie vom Echo eines tiefen Bergtales vervielfacht, und vereinzelte Synthie-Tupfer wie ein fernes Nordlicht – so außerweltlich präsentiert sich die Klanglandschaft des Albums. Die Britin ist dabei auch selbstbewusst genug, trotz prominenter Unterstützung weiterhin die Hauptrolle einzunehmen. Julia Holter und Charlotte Gainsbourg dürfen nur einzelne Wörter im Background singen. Courtney Barnett überlässt Calvi schon ein paar Zeilen mehr Text, während Joe Talbot von Idles zum vollwertigen Duettpartner wird. Er faucht auf „Wish“, wie man es von ihm gewohnt ist, was in Verbindung mit Calvis Gesang viel Kraft entwickelt.

Apropos Kraft: die Wucht von „Hunter“ mit seinem Oszillieren zwischen lauten und leisen Parts, Ab- und Ausbrüchen, die die Post-Gender-Botschaft des Werkes unterstrichen, geht „Hunted“ aufgrund des reduzierten Ansatzes naturgemäß verloren. Dafür werden die Stücke zu Balladen für einsame Cowboys und -girls auf einem Peyote-befeuerten Selbstfindungstrip in der Wüste.

Tracklisting

  1. Swimming Pool (feat. Julia Holter) (Hunted Version)
  2. Hunter (Hunted Version)
  3. Eden (feat. Charlotte Gainsbourg) (Hunted Version)
  4. Away (Hunted Version)
  5. Don’t Beat The Girl Out Of My Boy (feat. Courtney Barnett) (Hunted Version)
  6. Wish (feat. Idles) (Hunted Version)
  7. Indies Or Paradise (Hunted Version)

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