Ane Brun – After The Great Storm

In Reviews von Eric

Obwohl Ane Brun – wie sie selbst zu Protokoll gibt – alles in ihrem Leben durch das Kreieren von Musik verarbeitet, konnte sie nach dem Tod ihres Vaters 2016 jahrelang nicht mehr richtig Schreiben: „Ich konnte damit nicht umgehen, es gab keine Lösung. Mein Vater war von uns gegangen. Es hat länger gedauert, bis ich verstanden habe, dass Zeit der Schlüssel ist.“ Erst als die Norwegerin sich im Sommer 2019 in eine einsame Hütte in den Bergen zurückzog, kehrte ihre Kreativität zurück, was letztlich in „After The Great Storm“ mündete.

Wie bei dieser Vorgeschichte schon zu erwarten war, dreht sich das Album um die existenziellen Fragen und Probleme des Lebens – um Trauer, Frust, Einsamkeit, aber auch um Liebe. Die dazugehörigen Texte werden von Brun mit skandinavisch-kristallklarer Stimme vorgetragen. Die Musik gibt sich insgesamt recht dramatisch, indem sie TripHop-/Electronica-Elemente mit analogen Streicher-Arrangements, Klavier und Akustikgitarre verbindet. Das funktioniert beispielsweise bei „Honey“, „Don’t Run And Hide“ oder „Crumbs“, das in Kollaboration mit Jennie Abrahamson und Linnea Olsson entstand, hervorragend. Stücke wie der Titelsong oder „Fingerprints“ übertreiben es aber mit der Dramatik, so dass eine emotionale Reaktion schwerfällt.

Ein weiteres Album soll übrigens schon in einem Monat erscheinen. Als Ane Brun ihre kreative Stimme wiederfand, hatte sie offensichtlich viel zu sagen.

Tracklisting

  1. Honey
  2. After The Great Storm
  3. Don’t Run And Hide
  4. Crumbs
  5. Feeling Like I Wanna Cry
  6. Take Hold Of Me
  7. Fingerprints
  8. The Waiting
  9. We Need A Mother

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