Postcards – I’ll Be Here In The Morning

In Reviews von Martina

Nach drei Minialben präsentieren sich Postcards aus Beirut nun mit ihrem Debüt „I’ll Be Here In The Morning“ in voller Länge. Gut, die Spielzeit für den Longplayer ist mit neun Liedern in einer gut bemessenen halben Stunde nicht gerade voll ausgeschöpft, dafür aber mit Wohlklang bestückt.

Mit dem Eröffnungssong „Open Waters“ wird sofort geklärt, dass sich Postcards auf ihrem Erstling dem Dream-Pop verschrieben haben. Die fragilen Pianoklänge des Stückes verwischen sich mit dem einfühlsamen Gesang von Julia Sabra und geizen nicht mit Schwermut. Im nächsten Track wird diese allerdings von den raren, poppig eingesetzten Melodien vorerst auflöst. Den nachdenklich-traurigen Zeilen steht das verträumte Spiel von Gitarren und spärlichen, wirkungsvollen Synthie-Einsätzen wie dunkle Augenringe gut zum blassen Gesicht. Die schmale Instrumentierung gibt auch bei „Waves“ den Ton an. Dass sich die Band auch anders darstellen kann, zeigt sie, wenn sie kurzeitig mit lauten Saiten und Drums in den Vordergrund fällt. Bei allem, was die Vier kleinlaut zusammenbauen, steht der grazile Gesang an erster Stelle und leitet das zarte Grundgefühl der Songs.

Das samtige Musikstück wird in „Revolvers“ mit kratzigen Gitarren erneut aus seinem Dornröschenschlaf gerissen, um sich augenblicklich in ein rockiges Ding zu verwandeln. Doch diese Momente bleiben bei Postcards nur eine kleine Angelegenheit. Das Quartett bleibt mit flirrenden Gitarren weiterhin im empfindsamen Bereich, der sich langsam synthetisch aufstellt, um in der Stille zu versinken.

Tracklisting

  1. Open Waters
  2. Bright Lights
  3. Before We Sleep
  4. A Broken Record
  5. Wrinkles
  6. Waves
  7. Flying Saucers
  8. Revolver
  9. Wide Awake

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