Granular – XI

In Reviews von Eric

Schweizer gelten gemeinhin als Perfektionisten. Ob bei der Schokoladenherstellung, im Bankwesen oder im Uhrenhandwerk, alles muss genau stimmen und jedes Rädchen ineinandergreifen. Beim Hören des Debütalbums der Schweizer Band Granular kommt auch schnell der Gedanke auf, dass hier Perfektionisten am Werk waren.

Denn der dreamy Elektropop von „XI“ scheint einem genauen Plan zu folgen. Jeder Loop, jeder Beat, jeder Ton wurde so lange getestet, verschoben und gedreht, bis er am richtigen Platz war. Raumgreifende Synthesizer-Sounds bestimmen die Stücke des Luzerner Quartetts, oft angereichert mit perlenden Gitarrenhooks. Dazu singt Frontmann Sebastian Mayer in der für diese Musik angemessenen Mischung aus Melancholie und Verträumtheit. Sizarr, Delphic oder The Notwist kommen als Vergleiche in den Sinn, The Whitest Boy Alive auch hin und wieder. Die souligeren Stücke wie „I Need You“ oder „All Again“ rekurrieren auf Alt-R´n´B-Könner wie Sampha, Jordan Rakei oder Jamie Woon. Nur die Überraschungen bleiben bei dieser perfekt geplanten Musik auf der Strecke. Dennoch lässt sich mit dem schmeichelnden Wohlklang von „XI“ ein hervorragender Sofa-Eskapismus betreiben.

Tracklisting

  1. Ewe
  2. Try
  3. I Need You
  4. Seven Weeks
  5. Something in Between
  6. You Don’t
  7. Hypnotized
  8. Youth
  9. Wire
  10. All Again

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