Baio – Man Of The World

In Reviews von Eric

Nachdem seine Stammband Vampire Weekend weiterhin auf unbestimmte Zeit pausiert, haut Bassist Chris Baio sein zweites Soloalbum in weniger als zwei Jahren raus. Drehte sich das Debüt noch um Raum, Zugehörigkeit und Identität, kommentiert der Wahl-Engländer nun eine Weltpolitik am Abgrund. Und ist dabei angemessen frustriert und desillusioniert. „Learning to live with a decision, when itʼs not the one I wouldʼve made“, beschreibt er seine ernüchterte Stimmung nach der Trump-Wahl. Über die Alt-Right und Verschwörungstheoretiker zieht er bitter her: „Give me real devotion and conspiracies. […] Feed me weaker nations and right wing memes. My lifeʼs pure ambition no itʼs not funny.“ Bei aller Enttäuschung ist sich Baio seiner privilegierten Stellung durchaus bewusst: „I know Iʼm deeply privileged to be losing just my mind. Iʼm fearful for the bodies of the vulnerable and kind.“

Musikalisch bleibt der Amerikaner aber im Kontrast zu seinen Texten positiv und oft auch tanzbar. Afrobeat-Rhythmen zwischen seiner Hauptband und Paul Simon kehren wieder. Mit dem stolpernden Bass könnte „The Key Is Under The Mat“ auch von Vampire Weekend stammen, „Out Of Tune“ schließt direkt an Simons „Graceland“ an. Dazu begibt sich Baio noch auf Disco-, Pop- und sogar Elektro-Pfade. „Philosophy!“ hat einiges von der schluffigen Coolness von Phoenix, „Dangeroue Anamal“ borgt sich gar Massive Attacks „Teardrop“-Beat. Was „Man Of The World“ allerdings fehlt, ist ein klarer Hit. Und das ist der kleine, aber feine Unterschied zwischen Baio solo und Vampire Weekend.

Tracklisting

  1. Vin Mariani
  2. The Key is Under The Mat
  3. Out Of Tune
  4. Philosophy!
  5. Exquisite Interlude
  6. Dangeroue Anamal
  7. Man Of The World
  8. Sensitive Guy
  9. I’m Not Curious
  10. Shame In My Name
  11. Be Mine

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