White Lies – 08.10.17

In Konzerte von Martina

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Wer einen guten Namen hat, der braucht auch kein neues Album, um die Leute zu locken. Obwohl der letzte Albumtitel der 2016er Veröffentlichung „Friends“ eine gute Überschrift abgegeben hätte. Ganz zur Nebensache werden die Songs des aktuellen Albums natürlich nicht, aber das Debüt der Briten steht immer noch Hoch im Kurs und vollendet mit einigen Highlights daraus auch dieses Konzert in Düsseldorf.

Tanzen ist auch Sport, steht auf dem Instrument des Gitarristen. Die Gute-Laune-Verbreitungsverantwortlichen dazu heißen I Heart Sharks. Mit Gitarren, Synthie und Schlagzeug formt die deutsch-britische Band tanzsichere Muntermacher, die beim Publikum im gut gefüllten Zakk auf offene Ohren stoßen. I Heart Sharks wurde vor zehn Jahren gegründet. Drei Alben haben die in Berlin lebenden Musiker bisher veröffentlicht. Mit hochtönigem Gesang und Gitarrenmelodien im poppigen Rhythmus bereiten sie die wartenden White-Lies-Fans stimmungspassend auf den Abend vor.

Gegen 21 Uhr wechselt das Bild. Nachdem die Instrumente der Vorband abgeräumt sind, sieht die Bühne ziemlich leergefegt aus. Das Schlagzeug und der Synthie stehen auf einem Podest im Hintergrund. Die vordere Fläche hält genug Platz für den Bassisten und den Sänger/Gitarristen bereit. Die Halle des Zakk ist knackig voll, die Temperatur steigt kuschelig an. Als die Dunkelheit das Licht verdeckt, werden die White Lies herzlich und mit viel Applaus empfangen. Ohne viel Tamtam fangen die vier an zu spielen. „Take It Out On Me“ und „There Goes Our Love Again“ im Anschluss sorgen für einen stimmungsvollen Einstieg. Spätestens bei den Worten „Lets grow old together“ dem Refrain von „To Lose My Life“ singt die versammelte Fanschar mit.

Der synthetische Sound der neueren Stücken hat der süßen Düsterkeit der White Lies die Farbe genommen und hell überstrichen. Die Songs von „Friends“ klingen poppiger und ergeben nebeneinander gespielt einen klaren Kontrast zur Vergangenheit. Nach jedem Stück allerdings wird das Quartett warmherzig gefeiert. Das die Stimme von Harry McVeigh nicht immer im Einklang mit der Tonauswahl, ist lässt sich niemand anmerken. Die Setlist stimmt und die Stimmung ergibt sich daraus automatisch. Mit ausgeweiteten Armen steht der Sänger dann wieder vor dem Publikum, so als möchte er alle umarmen, bevor das nächste Stück angesagt wird.

Die White Lies kommen mit wenigen Ansagen und ebenso wenig Show sicher durch den Abend. Sänger und Gitarrist McVeigh ist der Blickpunkt der Band. Die anderen Mitglieder stehen eher im Abseits und konzentrieren sich nur auf ihre Instrumente. Viel Drumherum erwartet auch niemand von den White Lies, sie sollen nur spielen und mit ihrer großartigen Musik begeistern, was dem Trio auch diesmal wieder gelingt.

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