Wyvern Lingo – Wyvern Lingo

In Reviews von Eric

Wer sich schon immer fragte, wie es wohl klingen würde, wenn Haim die Soul- und R’n’B-Seiten ihres eingängigen Pop-Sounds weiterdenken würden, findet die Antwort bei Wyvern Lingo. Das Trio aus der irischen Kleinstadt Bray mischt auf seinem selbstbetitelten Debütalbum Folk mit Pop und hauptsächlich R’n’B/Soul, wodurch sein Klangbild einen amerikanischen Einschlag erhält.

Das hervorstechende Merkmal der LP ist aber der ausgeklügelte, gekonnt arrangierte und stimmgewaltige Harmoniegesang von Karen Cowley, Caoimhe Barry und Saoirse Diane. Das sich die Drei schon seit ihrer Schulzeit kennen und seitdem auch gemeinsam musizieren, meint man in den perfekt abgestimmten Gesangsparts herauszuhören. Weiterer Pluspunkt: Anders als viele andere Sängerinnen im R’n’B-Bereich knödeln Wyvern Lingo nicht unnötig die Tonleiter rauf und runter, sondern stellen immer den Song in den Vordergrund. Da sie mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Synthesizer auch ihre eigene Backing Band sind, behalten sie glücklicherweise immer das Ganze im Blick.

Hört man Songs wie „I Love You, Sadie“, „Maybe It’s My Nature“ oder „Dark Cloud“ sind Vergleiche zu TLC und Destiny’s Child nicht weit, hört man jedoch genauer hin, kann man auch ein wenig von ihrer von der Band selbst betonten musikalischen Sozialisation mit Fleet Foxes, Simon & Garfunkel und Joni Mitchell entdecken. Bei „Fountains“ und „Snow II“ spiegelt sich sogar ihr irischer Landsmann und Soul-Eigenbrötler James Vincent McMorrow.

Doch in seinem Wohlklang liegt auch die Schwäche des Albums. Vieles klingt zu gleich (schön), um wirklich haften zu bleiben. Erst am Ende der LP wagen Wyvern Lingo mehr und zeigen die besten Stücke des Albums – mit dem zackig, fast schroffen Gitarren-Stück „Subside“ und dem schillernden „When I Can (Rubbish)“. Hier schafft das Trio seine memorablen Momente.

Tracklisting

  1. Out Of My Hands
  2. I Love You, Sadie
  3. Maybe It’s My Nature
  4. Crawl
  5. Dark Cloud
  6. Used
  7. Fountains
  8. Snow II
  9. Tell Him
  10. Fear
  11. Subside
  12. When I Can (Rubbish)