A Tale Of Golden Keys – Shrimp

In Reviews von Eric

Trotz ihres melancholischen Emo-Pops bringen A Tale Of Golden Keys eine gute Prise Humor mit. Das zweite Album der Nürnberger Band heißt „Shrimp“, auf dem Cover prangt eine Taube, und besagter Shrimp zieht im Video zu „In The Far Distance“ alleine durch die Stadt, um am Ende in einer Karaoke-Bar zu enden.

So augenzwinkernd das Trio das Drumherum betreibt, so ernst nimmt es seine Musik. Der Opener „Punk Rock Hit“ ist eben genau das nicht, sondern – wie auch die folgenden Stücke – hauptsächlich an 90er- und 00er-Emo-Acts wie Death Cab For Cutie, Roman Fischer, Jimmy Eat World und The Notwist geschulter Weltschmerz-Pop. Daraus ergibt sich auch der wiederholte Songaufbau aus zurückhaltendem Beginn und Stimmungs- und Lautstärkesteigerung zum Ende hin. Flottere Shoegaze- („White“) bzw. Post-Punk-Klänge („Open The Door“) sind die Ausnahme, sonst dominiert balancierter, auf Klavier und Gitarre basierender Wohlklang. Der Gesang von Frontmann Hannes Neunhoeffer begleitet die Hörer*innen unmittelbar und mit gut austarierter Emotionalität durch die Songs.

Aufgenommen wurde „Shrimp“ in zehn Tagen. Es wäre interessant zu wissen, was die Band bei längeren zeitlichen Möglichkeiten zustande brächte. Denn obwohl das Album wahrlich nicht schlecht ist, beschleicht einen das Gefühl, das noch mehr in A Tale Of Golden Keys steckt.

Tracklisting

  1. Punk Rock Hit
  2. A Thought Caught Fire
  3. In The Far Distance
  4. Gospel
  5. White
  6. Restless
  7. Will I Be The Last
  8. Exhale
  9. Open The Door
  10. To Think

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