Villagers – The Art Of Pretending To Swim

In Reviews von Eric

Ich behaupte: Niemand verbindet 2018 Folk und R’n’B/Soul auf so klarsichtige und einnehmende Weise wie Conor O‘Brien alias Villagers auf seinem neuen Album „The Art Of Pretending To Swim“. Dafür entfernte sich O’Brien von der intimen akustischen Reduktion des Vorgängers „Darling Arythmetic“ und probierte in seinem Heimstudio in Dublin allerlei Möglichkeiten aus, die moderne Produktionssoftware so bietet.

Villagers setzt seine Drumcomputer und Synthesizer wohl dosiert ein und bringt seine Songs auf einen neuen Kurs. „Again“ zeigt zu Beginn gar den Anflug eines tanzbaren Beats. Bei „Sweet Saviour“ morphen die Akkorde einer Akustikgitarre in die melancholischen Klänge einer elektrischen Orgel und wieder zurück, während der Ire seinen persönlichen Gospel singt: „And I swear I saw eternity and her sisters sailing. Softly somewhere, oh sweet saviour save me, oh sweet saviour save me“. Überhaupt geht es textlich auf dem Album viel um Glauben und das Seelenleben.

Bei „Real Go-Getter“ bestimmt ein quietschender Beat zusammen mit einer Akustikgitarren-Melodie die Szenerie, zu der O’Brien mit hoher Stimme die Worte „Things have got better I’m a real go-getter“ so oft wiederholt, bis man ihm glaubt. „Love Came With All That It Brings“ erscheint fast wie ein TripHop-Track, mit einem verfremdeten Schlagzeug-Beat, Bläsern und Soulgesang-Loops. Bei allen Stücken ist O’Briens wirkungsvolle Vorgehensweise zu beobachten, verschiedene Sound-Layer nach und nach aufeinanderzuschichten, bis ein so komplexes und buntes Gebilde ähnlich dem Cover entsteht.

„The Art…“ ist ein Album voller reifer, selbstbewusster und stilsicherer Songs geworden, die die musikalische Handwerkskunst von Villagers auf voller Albumlänge offenbaren.

Tracklisting

  1. Again
  2. A Trick of the Light
  3. Sweet Saviour
  4. Long Time Waiting
  5. Fool
  6. Love Came With All That It Brings
  7. Real Go-Getter
  8. Hold Me Down
  9. Ada

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