Underworld & Iggy Pop – Teatime Dub Encounters

In Reviews von Eric

Spätestens auf den zweiten Blick macht die Kollaboration von Iggy Pop und Underworld Sinn. Sind letztere doch seit den 1990er Jahren die Rockband unter den Techno-Combos, bei denen der Gesang einen Großteil der Wirkung ausmacht. Und Iggy Pops eindringlicher, gesprochener Gesangsstil passt insofern sehr gut zu dem fesselnden Sound von Carl Hyde und Rick Smith.

22 Jahre, nachdem sie mit ihren jeweils ikonischsten Stücken („Born Slippy“ bzw. „Lust For Life“) auf dem „Trainspotting“-Soundtrack zu hören waren, ist das Ergebnis ihrer ersten wirklichen Zusammenarbeit definitiv verblüffend. Aufgenommen in einem Ministudio in einem Hotelzimmer, verbinden sich Pops erzählerische Freestyle-Vocals perfekt mit Underworlds ausgedehnten, hypnotischen Soundscapes.

Im von diversen Spuren unterschiedlicher perkussiver Synthesizern bestimmten „Bells & Circles“ berichtet Iggy in Stream-of-Consciousness-Manier von früherem Kokain- und Zigaretten-Konsum im Flugzeug, um dann zu verkünden: „It’s over for the liberal democracies. Here comes the jungle.“ Im krautigen Elektrorocker „Trapped“ beschäftigt sich Iggy mit dem Altern, während er im introspektiven, fast chillwavigen „I’ll See Big“ diverse Freundschaften Revue passieren lässt. Im abschließenden und besten Track der EP „Get Your Shirt“, der mit einem Monster-Groove aufwartet, warnt Iggy vor Rip-Offs jeglicher Art. Ein passender Schlusspunkt für ein Werk, in dem der altersweise Iggy Pop seine existenzialistische Kraft in wirkmächtiger Weise mit den himmelweiten, grenzenlosen Elektro-Klängen Underworlds paart.

Tracklisting

  1. Bells & Circles
  2. Trapped
  3. I’ll See Big
  4. Get Your Shirt

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