The Day – Midnight Parade

In Reviews von Eric

Anders als Bandname und Albumtitel vermuten lassen, macht das holländisch-deutsche Duo Laura Loeters (Bass/Gesang) und Gregor Sonnenberg (Gitarre) alias The Day weder Musik für helle Tage noch für dunkle Nächte. Vielmehr passt der klassische Indie/Shoegaze-Sound des Debüts „Midnight Parade“ perfekt zum Abend, wenn der Himmel schon dunkelblau ist, die Sonne aber noch mit ihren letzten Strahlen wärmt.

Die Songs von The Day sind sehr gut austariert – während die federnde und entrückende Dynamik von Bass und Schlagzeug sowie die an Post-Punk geschulten Gitarren Kühle bzw. Coolness ausstrahlen, sorgen träumerische Synthies und vor allem Loeters‘ umarmende, gewinnende Stimme für die nötige Wärme (den anhaltenden Hall auf der Stimme muss man sicherlich mögen).

„Island“ setzt zu Beginn gleich die richtige Stimmung, indem alle Instrumente clever aufeinander abgestimmt sind und Loeters’ Gesang genug Raum zur Entfaltung gelassen wird. The Day sind sehr auf die Wirkung ihrer Songs bedacht, das ändert sich auch bei den zwölf folgenden nicht – ein bisschen Melancholie, ein bisschen Euphorie, man lässt sich gerne von der Band abholen. Ein paar Ausschläge nach oben oder unten, also ein rockiger Ausbruch oder ein todtrauriges Stück, könnte man sich also Kontrapunkte zum stetig dahinfließenden Midtempo-Fluss wünschen; das über siebenminütige, leicht psychedelische „Berlin“ kommt dem gewünschten Hallo-wach-Hindernis noch am nächsten. Dennoch überzeugen The Day mit den ruhig-hymnischen Arrangements ihres Erstlings.

Tracklisting

  1. Island
  2. Where The Wild Things Are
  3. Grow
  4. The Golden Glow
  5. Yet To Come
  6. Exit Sign
  7. We Killed Our Hearts
  8. Gravity Has Played Its Part
  9. Berlin
  10. I Drew A Map
  11. The Years
  12. Illuminate
  13. Folded Paper Planes

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