Sylvan Esso – Free Love

In Reviews von Eric

„Nick will, dass die Dinge beunruhigend klingen, ich möchte, dass du dein Shirt ausziehst und tanzt“ – so beschreibt Sängerin Amelia Meath die Herangehensweise, mit der sie und der für die Instrumentierung zuständige Nick Sanborn ihre Songs schreiben. In der endgültigen Mischung schafft das Duo als Sylvan Esso so skelettierten, aber doch reichhaltigen Elektropop, der in seinen besten Momenten beide Ziele erreicht.

Der Titel ihres dritten Albums „Free Love“ lässt sich als gegenseitiges Versprechen der Arbeits- und neuerdings auch Ehepartner lesen, Freiheit und Vertrauen miteinander zu verbinden. Heath reflektiert in ihren Texten ihr Selbstbild, Freundschaft und Romantik, blendet aber den Zustand der Welt nicht aus und geht auch auf Umweltkatastrophen ein.

Musikalisch verbindet die LP die tanzbareren Gefilde des Vorgängers „What Now“ mit den minimalistischen Downbeat-Entwürfen des Debüts. Die Hörer*innen wissen also, was sie erwartet. Zum Körperschütteln animieren „Numb“, „Runaway“ und allen voran das fraglose Album-Highlight „Ferris Wheel“, das vor Bewegungsenergie regelrecht vibriert. „Ring“, „Free“ und „Rooftop“ auf der anderen Seite verströmen fast folkige Nachdenklichkeit, obwohl Sanborn immer wieder kleine elektronische Buzzes einbaut. Allen Stücken gemein ist der klangliche, rhythmische und atmosphärische Detailreichtum, mit denen sie aufwarten.

Diese letzten Zeilen schreibe ich übrigens leicht beunruhigt shirtlos tanzend – Ziel erreicht, Sylvan Esso!

Tracklisting

  1. What If
  2. Ring
  3. Ferris Wheel
  4. Train
  5. Numb
  6. Free
  7. Frequency
  8. Runaway
  9. Rooftop
  10. Make It Easy

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