Sofia Portanet – Freier Geist

In Reviews von Eric

Sofia Portanet verarbeitet auf ihrem Debütalbum mehrere Jahrzehnte Berliner Musikgeschichte – zwangsläufig, möchte man fast sagen, wurde die Musikerin doch am 9. November 1989, also am Tag des Mauerfalls, in der Hauptstadt geboren.

Ihre eigene Interpretation der Neuen Deutschen Welle reichert sie mit Versatzstücken von Post-Punk, Synthie- und Dreampop an und wirkt dabei wie eine Figur aus „B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin“. Dass gute Popmusik auch immer gute Inszenierung ist, hat Portanet sich dabei von ehemaligen temporären Hauptstadtbewohnern wie Depeche Mode und David Bowie abgeschaut, die stolze und eckige Art zu singen – auf Deutsch, Englisch und Französisch – wiederum von Hildegard Knef.

Auch wenn sie nichts neu erfindet, klingt „Freier Geist“ doch aufregend und frisch. Portanet balanciert zwischen federleichter Melodie und treibendem Schlagzeug („Free Ghost“), stürzt sich auf 80s-SciFi-Synthies („Menschen und Mächte“), tänzelt zu einer funky Gitarre („Das Kind“) oder in einem dunklen Wave-Club („Art Deco“). Und wenn sie völlig exaltiert Laute von sich gibt wie Hui Buh, das Schlossgespenst auf Speed („Planet Mars“), passt das ins Bild – das Bild eines berauschenden und kreativen Popstars in the making.

Tracklisting

  1. Free Ghost
  2. Menschen und Mächte
  3. Wanderratte
  4. Das Kind
  5. Planet Mars
  6. Waage
  7. Art Deco
  8. Ringe
  9. Racines

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