Snail Mail – Lush

In Reviews von Eric

Hört man das Intro von „Lush“, könnte man auf den Gedanken kommen, dass Lindsey Jordan ihren Künstlerinnennamen Snail Mail vollkommen zurecht gewählt hat – so verschlafen klingt ihre Stimme, so bedächtig die Musik. Doch dieser Eindruck verschwindet schnell beim Weiterhören ihres Debütalbums, so gut geschult erscheint sie an heutigen und gestrigen Emo-Indie-Acts wie Waxahatchee, Wolf Alice, Nada Surf oder sogar R.E.M. (in Lo-Fi). Und dann sind da noch die Texte, die wie ein Streifzug durch Jordans Herz und Seele wirken, so poetisch und dramatisch, aber auch so selbst-bewusst und nachdenklich.

Die 18-Jährige erzählt auch für ältere Semester verständlich von der Beschwernissen und Abenteuern des Erwachsenwerdens, von Beziehungen, Trennungen und Hauspartys. Ein Satz wie „I’ll never love anyone else“ kann aus dem Mund eines Teenagers komisch wirken, bei Snail Mail klingt er aufrichtig und nachvollziehbar, weil er mit so viel Hingabe vorgetragen wird. Und auch wenn sie immer wieder Fragen stellt („Do you love me?“, „Don’t you like me for me?“, „Who’s your type of girl?“) hat sie am Ende doch „Full Control“: „I’m in full control, I’m not lost. Even when it’s love, even when it’s not.“

Tracklisting

  1. Intro
  2. Pristine
  3. Speaking Terms
  4. Heat Wave
  5. Stick
  6. Let’s Find An Out
  7. Golden Dream
  8. Full Control
  9. Deep Sea
  10. Anytime

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