Sarah Walk – Little Black Book

In Reviews von Eric

Sarah Walk lässt auf ihrem Debütalbum die Emotionen nur so fliegen. „Little Black Book“ dreht sich um das Ende einer Beziehung und evoziert so unterschiedliche Gefühle wie Wut, Trauer, Schuld, Wertschätzung und Akzeptanz – kein Wunder, dass die Künstlerin aus Minneapolis die Entstehung der LP als „kathartischen Prozess“ bezeichnet.

Dabei wirken die Emotionen in den Stücken weder aufgesetzt noch distanziert, vielmehr wird sich mit Wucht in sie hinein gestürzt – auch wenn es Kratzer und Beulen gibt. Dazu trägt neben den Texten auch die Musik bei, die einmal total lebhaft und ein andermal völlig ruhig ist. In den ersten beiden Songs des Albums wird mit Empörung mit dem Ex abgerechnet: Du hast mich nie verstanden und überhaupt war es zusammen ziemlich langweilig, Arsch! Rockige Gitarren und Drums tragen die Stücke, erhalten aber immer wieder Unterstützung von einem energischen Piano. Überhaupt ist das Piano das dominierende Instrument des Albums, das unter den Händen von Walk seine ganze Bandbreite an Tonlagen und Stimmungen offenbart – ob sakral wie in der Einsamkeitsballade „Maybe Someday“ oder fast bedrohlich wie im angepissten „Wake Me Up“.

Die Güte der ersten Hälfte kann „Little Black Book“ nicht über die ganze Spielzeit halten, aber mit ihrem Debüt ist Sarah Walk als Künstlerin erschienen, die die Gefühle ihres Herzens durch ihre brennenden Finger auf die Tasten ihres Pianos bannt.

Tracklisting

  1. Little Black Book
  2. Bored To Death
  3. Maybe Someday
  4. Wake Me Up
  5. Still Frames
  6. Time
  7. Can’t Slow Down
  8. The Remains
  9. Let Me Try
  10. Prettiest Song
  11. June
  12. Keep On Dreaming

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