Ride – This Is Not A Safe Place

In Reviews von Eric

Das Shoegaze-Revival hat auch Ride seit ihrem Comeback-Album vor zwei Jahren (nach rund 20 Jahren Pause) einige Aufmerksamkeit beschert. Dabei waren die Engländer – im Vergleich etwa zu den experimentelleren Slowdive oder den schrammeligeren My Bloody Valentine – immer die (Brit)Popper unter den Schuhstarrern. Auch auf „This Is Not A Safe Place“ steht das Songwriting, das vor Melodien und Hooks nicht zurückschreckt, im Mittelpunkt, sucht sich aber verschiedene Ausdrucksweisen.

Dabei hat das Quartett um Gitarrist Andy Bell, den man auch von Oasis kennt, keine Scheu, Erwartungen zu unterlaufen – das macht der merkwürdig verzerrte, aber dennoch groovende Dance-Rock-Opener „R.I.D.E.“ gleich klar. „Future Love“ danach zeigt dann die Band aus Oxford in klassischer Form: verwaschene Gitarren spielen schöne Melodien, während Mark Gardeners zuckersüße, entrückte Stimme tief in Hall getaucht ist. Hier hört man, was Shoegaze im Allgemeinen und Ride im Speziellen ausmacht: das gleichzeitige Auslösen von Euphorie und Melancholie. „Clouds Of Saint Marie“ und „Shadows Behind The Sun“ gehen in eine ähnliche Richtung. Aber die Engländer wagen es auch, elektronische Elemente einzubauen („Repetition“) und schrecken auch vor lauten, verzerrten Gitarren nicht zurück („Kill Switch“, „End Game“). „Jump Jet“ erinnert sogar an New Order.

„In This Room“ am Ende entwickelt sich über acht Minuten zu einem spacigen Psychedelia-Stück, das noch einmal das Händchen von Ride für schwerelose Melodien zeigt. Der passende Abschluss eines gelungenen Albums.

Tracklisting

  1. R.I.D.E.
  2. Future Love
  3. Repetition
  4. Kill Switch
  5. Clouds Of Saint Marie
  6. Eternal Recurrence
  7. Fifteen Minutes
  8. Jump Jet
  9. Dial Up
  10. End Game
  11. Shadows Behind The Sun
  12. In This Room

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