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Release-Datum: 14.08.26
Label: Dead Oceans
Format: Album
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Nach dem riesigen Erfolg der Supergroup boygenius, der sie zusammen mit Julien Baker und Lucy Dacus angehörte, kehrt Phoebe Bridgers auf Solopfade zurück. Ihr drittes Album „Lost Weekend“ verfeinert und verbreitert gleichzeitig ihr Songwriting-Talent für kluge und eindringliche Kompositionen, für die sie von vielen Fans als eine der wichtigsten Stimmen ihrer Generation gefeiert wird.
Die Vorab-Single „Lost Boys“ war gleichzeitig der richtige und der falsche Vorbote der LP. Richtig, weil sie nochmals in Erinnerung ruft – Bridgers‘ letzte Soloplatte ist immerhin sechs Jahre her – wie großartig sie ganz leise Akustikgitarren mit einem großen, ausbrechenden Refrain inklusive Streichern und voller Kapelle verbindet, dazu ihre Stimme, meist ein sanftes, somnambules Flüstern, deren volle dramatische Kraft nur in den wirkmächtigsten Augenblicken zum Vorschein kommt. Und falsch, weil die meisten restlichen Songs weniger poppig-catchy sind und in einem größeren Zusammenhang stehen.
Dieser Zusammenhang ergibt sich daraus, dass die drei Themen, von denen die Lyrics der Kalifornierin getragen und inspiriert sind – der Tod ihres Vaters, das Ende einer alten und der Beginn einer neuen Beziehung – in den Stücken auf verschiedene Weise beleuchtet und überdacht werden. Dazu bauen Motive aufeinander auf – bestimmte Gefühle, Erinnerungen und Verhaltensmuster tauchen immer wieder auf.
Musikalisch erweitert Bridgers ihren vertrauten Indie-Folk-Kosmos beträchtlich. Die Arrangements sind üppig und detailreich, ohne ihre intime Wirkung zu verlieren. Ambientartige Flächen, Country-Einflüsse, orchestrale Elemente und subtile elektronische Texturen stehen neben den charakteristischen leisen Gitarren und ihrer unverwechselbaren Stimme, die auch mal durch einen Vocoder verfremdet wird. Dadurch entsteht ein interessanter Gegensatz: Die Musik kann beeindruckend wirken, während die Künstlerin selbst häufig so singt, als würde sie einem einzelnen Menschen gegenübersitzen.
Es imponiert, wie Phoebe Bridgers auf „Lost Weekend“ ihre persönliche Perspektive in eine größere musikalische Form überführt. Sie bleibt ihrer Sprache und ihrem Gespür für melancholische Intimität treu, klingt aber reifer, freier und ambitionierter. Das Album ist gleichzeitig groß und leise, zutiefst privat und erstaunlich universell.
Tracklisting
- The Outside
- Lost Boys
- Kill Me
- The Governor’s Waltz
- Bobby
- Lost Weekend
- Haunted
- Panorama
- Still Standing
- Liberty Tree
- Never Going Back!
- Other Plans
- Lost Parade
- I Can’t Wait
- As Above
- Lost Weekend (Reprise)
