Peter Doherty & The Puta Madres – Peter Doherty & The Puta Madres

In Reviews von Eric

Obwohl Pete(r) Doherty die schlimmsten Drogenzeiten hinter sich zu haben scheint, bin ich immer erfreut, wenn eine neue Platte von ihm erscheint – heißt es doch, dass er noch lebt. Für sein neuestes Werk stellte er sich eine neue Band aus Kollaborateuren und Talenten zusammen und nannte sie The Puta Madres. Das ist insofern schlüssig, da der Sound des gleichnamigen Albums nicht zu seinen beiden anderen Bands, The Libertines und Babyshambles, gepasst hätte. Mit u.a. einem Geiger und einer Keyboarderin geht Doherty seine Version von Folk an, die wenn dann in der Nähe seiner Solowerke zu verorten ist.

Am nächsten zu seinen anderen Bands, weil am rockigsten, ist die Vorabsingle „Who’s Been Having You Over“, das neben einem „Venus In Furs“-Intro auch mit Ironie daherkommt, wenn Doherty mit dem Satz „My, you’re so rock’n’roll“ sein eigenes Image im Auge hat. Ansonsten herrschen ruhige Töne vor. Den Gitarren-Twang von „All At Sea“ kennt man von den Libertines, doch die Geige und das Keyboard machen den Song zu etwas anderem. Leider werden die beiden Instrumente nicht immer so gut in den Puta-Madres-Sound integriert. Vielmehr sorgen sie wiederholt für eine Verkitschung der Songs, die es überhaupt nicht gebraucht hätte – siehe „The Steam“ oder „Travelling Twinker“.

Aber es gibt auch gute Stücke auf dem Album: „Narcissistic Teen Makes First XI“ ist eine Lou-Reed-artige Ballade, in der Doherty entwaffnend offenbart: „I stole no kisses, just some books and the odd cigarette.“ „Lamentable Ballad Of Gascony Avenue“ ist eines der typischen Schunkel-Stückchen des Engländers, aber gerade deshalb überzeugend. „Someone Else To Be“ verbindet The Velvet Undergrounds „Ride Into The Sun“ auf merkwürdige, aber dennoch interessante Art mit Oasis’ „Don’t Look Back In Anger“. Auch der Dylan-artige Gitarrensong „Punk Buck Bonafide“ ist schräg-charmant.

Peter Doherty wirkt mit seiner neuen Band so weise und sanft wie nie zuvor, und seine gebrochene Poesie hat immer noch Charme. Leider kann die begleitende Musik nicht immer mithalten und gleitet in langweilige bis cheesy Bereiche ab.

Tracklisting

  1. All At Sea
  2. Who’s Been Having You Over
  3. Paradise Is Under Your Nose
  4. Narcissistic Teen Makes First XI
  5. Someone Else To Be
  6. The Steam
  7. Travelling Tinker
  8. Lamentable Ballad Of Gascony Avenue
  9. A Fool There Was
  10. Shoreleave
  11. Punk Buck Bonafide

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