Paul Weller – True Meanings

In Reviews von Eric

„Angesichts meines bevorstehenden Sechszigsten gestattete ich mir, besinnlich zu sein“, erklärte Paul Weller Im Vorfeld seines neuen Albums „True Meanings“. Ist der „Modfather“ also rund um seinen 60. Geburtstag, den er Ende Mai feierte, altersmilde geworden? Beim Hören seiner 14. Studio-LP könnte man fast den Eindruck bekommen, so sanft wie hier klang der Engländer selten, vor allem im Vergleich zu den raueren Vorgängerplatten.

Besinnlichen, introspektiven Folk liefert Weller auf „True Meanings“, der oftmals mit Streichern eine Erweiterung erhält. Die bedachte, dennoch kraftvolle Stimme, die Akustikgitarren und die orchestralen Arrangements lassen an Nick Drake denken. Weller nutzt dieses Setting für sehnsüchtige, melancholische Songs, in denen er mit leichter Wehmut auf seine Jugend zurückblickt – „Let me feel the same way” bittet er an einer Stelle. Darüber hinaus beschäftigt sich Weller mit Betrachtungen über Familie, Liebe, Sterblichkeit und Selbstzweifel.

Musikalisch wird die Folk-Basis an manchen Stellen erweitert. Bei „The Soul Searchers“ schiebt ein Rhodes-Piano das Stück Richtung Soft-Rock, „Mayfly“ rekurriert auf Bruce Springsteens „Nebraska“, Richtung Burt Bacharach bewegt sich „May Love Travel With You“.

Auch eine bewegende Hommage an „Bowie“ ist auf dem Album enthalten, den Text schrieb Erland Cooper von Erland And The Carnival. Auch bei mehreren anderen Songs stammen die Lyrics nicht von Paul Weller selbst. Aber auch bei diesen schafft er es, sie sehr persönlich und intim klingen zu lassen. Und das hilft „True Meanings“ letztlich über die meisten seiner schwächeren (sprich: langweiligeren) Momente, die auf dem Album durchaus vorhanden sind, hinweg.

Tracklisting

  1. The Soul Searchers
  2. Glide
  3. Mayfly
  4. Gravity
  5. Old Castles
  6. What Would He Say?
  7. Aspects
  8. Bowie
  9. Wishing Well
  10. Come Along
  11. Books
  12. Movin On
  13. May Love Travel With You
  14. White Horses

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