Olsson – Millions

In Reviews von Eric

Ähnlich wie Mark Ronson schafft es auch Christian Olsson, ein Musikgenre in seine Einzelteile zu zerlegen, mit ordentlich Popappeal aufzuladen und anschließend neu zusammenzusetzen. Während Ronsons Steckenpferde Funk und Soul sind, widmet sich Olsson lieber (und spezieller) dem Madchester Rave. Diesen reichert der Schwede, der Lektionen in Massenkompatibilität durch seine Arbeiten mit u.a. Lionel Richie, Icona Pop, Charlie XCX und Kim Wilde lernte, mit HipHop-Vibes und Popmelodien an.

Im besten Fall entstehen auf Olssons Solodebüt dadurch Instant-Hits wie „Hold On“, das mit Streichern und einem Dängel-Beat wie ein Ian-Brown-Song beginnt, im Refrain aber mit einem stimmgewaltigen Gospelchor im Zweifel auch deine Mutter abholt. Primal Scream zu „Screamdelica“-Zeiten lässt „This Heat“ wieder auferstehen, mit einer hüpfenden Pianolinie, um die sich ein Beat schlängelt, und verstrahltem Gesang, den auch Bobby Gillespie nicht viel besser hinbekommen hätte. „One In A Million“ erinnert mit einem „Oooh Oooh“-Einstieg kurz an Dr. Alban, bekommt dann aber schnell die Kurve zu einem housigen Discotrack im besten 90er-Jahre-Spirit.

Nicht alle Songs auf „Millions“ erreichen diesen Hitappeal, aber Olsson beweist, dass er es versteht, ein doch eher spezielles (wenn auch in Versatzstücken wieder angesagtes) Genre wie Madchester Rave mit zeitgemäßem Pop aufzuladen und sich dabei noch bei kredibilen Künstlern wie Young Fathers, Disclosure oder den Gorillaz Inspiration zu holen. Melodien für Millionen? Es würde mich jedenfalls nicht überraschen.

Tracklisting

  1. Hold On [feat. Mapei]
  2. Ça m’est égal [feat. Daniel Adams-Ray]
  3. This Heat
  4. Fool For Love
  5. One In A Million
  6. Satellite (Only Analog Talks)
  7. Culver
  8. Silent War
  9. Go Out
  10. Grace Jones
  11. Take Your Time
  12. Aye Aye

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