Okay Kaya – Watch This Liquid Pour Itself

In Reviews von Eric

Zwei Dinge stechen auf dem zweiten Album von Kaya Wilkin alias Okay Kaya ins Auge oder besser gesagt ins Ohr: Erstens wie sie gekonnt die Buzz-Words der Hipster der (westlichen) Welt (Ramen, Netflix, vegane Erdnussbutter, …) in Texte aus Surrealismus und Sarkasmus bettet, und zweitens wie diese wiederum von reduzierten, anschmiegsamen (Indie-)Pop-Sounds konterkariert werden.

Die norwegische New Yorkerin spielt auf „Watch The Liquid Pour Itself“ immer wieder mit Wasser- bzw. Flüssigkeitsbegriffen. In „Ascend And Try Again“ wird die Anleitung zum Überleben einer Unterwasser-Panikattacke erst zu einem Songtext und dann zu einer Parabel auf das Leben selbst. In „Popcorn Heart“ wird ihr Herz zu einem Ort, an dem Entlein planschen. In ihren Songs schwimmt Okay Kaya auch durch ihre eigenen Ängste, wenn sie sich in „Psych Ward“ auf ihren eigenen Aufenthalt in einem Hospital bezieht. Ihre dunklen Texte kontrastieren mit den schimmernden, reduzierten Melodien, die sie aus Gitarre, Schlagzeug und ein paar elektronischen Einsprengseln entwirft.

Im zentralen Stück des Albums „Mother Nature’s Bitch“ parodiert sie die Sehnsucht der Großstadt-Hipster nach einem Naturidyll, das so nur in deren Vorstellung existiert. Zu ausnahmsweise tanzbaren Disco-Klängen proklamiert sie: „Here I am taking it all in. Here I am being mother nature‘s bitch!“ Aber bevor ihr jetzt alle nach Brandenburg zieht, meine Lieben, lest erstmal „Unterleuten“.

Tracklisting

  1. Baby Little Tween
  2. Ascend and Try Again
  3. Insert Generic Name
  4. Overstimulated
  5. Psych Ward
  6. Guttural Sounds
  7. Asexual Wellbeing
  8. Popcorn Heart
  9. Mother Nature’s Bitch
  10. Hallelu Ya Hallelu Me
  11. Symbiosis
  12. Givenupitis
  13. Helsevesen
  14. Stonethrow
  15. Zero Interaction Ramen Bar

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